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Yvonne Zilling – LOS Wernigerode

Rückblick

Nach meinem Studium für das Lehramt an Grundschulen wagte ich einen „Abstecher“ in die Medienwelt und konnte über mehrere Jahre in den Marketingabteilungen einer Tageszeitung und eines Radiosenders Erfahrungen im kaufmännischen Bereich sammeln.

Mein eigentlicher Berufswunsch, nämlich der einer Grundschullehrerin, holte mich in dieser Zeit immer wieder ein, so dass ich mich nach interessanten und für mich persönlich sehr prägenden Jahren beruflich umorientierte und eine Tätigkeit an einer Grundschule aufnahm. Ich unterrichtete dort in den Fächern Deutsch, Mathematik, Sachunterricht und Musik. Neben meinen Aufgaben als Klassenleiterin war ich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Schule sowie für den Redaktions- als auch den Marketingbereich verantwortlich. Außerdem wirkte ich damals maßgeblich an der Organisation und inhaltlichen Gestaltung zahlreicher öffentlicher Veranstaltungen wie Konzerten und Kindermusicals mit. 

Schon als Kind war ich eine richtige „Deutschtante“. Lesen und Schreiben waren meins. Ich saß stundenlang da und beschriftete in Schönschrift meine Hefte und Bücher, schrieb Gedichte und irgendwann sogar mal den Ausgang eines Kinderbuches um, da mir das ursprüngliche Ende nicht so gut gefiel.

Während meiner Arbeit in der Grundschule war dieses Faible aus Kindertagen sehr schnell wieder da. Mein größtes Augenmerk legte ich bei meinen Schülern jedoch auf das Lesen und besonders auf die richtige Rechtschreibung. Ich musste feststellen, dass der Rechtschreibanteil innerhalb des Lehrmaterials und Lehrplanes geringer wurde und die Probleme der Schüler dementsprechend zunahmen. Mein Anspruch war jedoch ein anderer und ich machte es mir zur Aufgabe, das zum einen in meinem Unterricht auszugleichen und zum anderen trotzdem den Lehrplan einzuhalten. 

Ich unterhielt mich damals oft mit einer weitläufigen Bekannten, die damals das LOS in Wernigerode leitete. So erfuhr ich, dass die LOS-Methode nachweislich Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Defiziten im Hören und Sprechen sowie beim Lesen und Schreiben hilft, ihre Sprachkompetenz so zu entwickeln, dass sie eine gute Grundlage für ihren schulischen Abschluss und ihre berufliche Zukunft haben. Je mehr ich über das LOS erfuhr, umso mehr stellte ich fest, dass die Arbeit exakt meiner Vorstellung entspricht: Eine selbstständige Tätigkeit, in der ich mein umfangreiches Fachwissen, meine Erfahrung in der Öffentlichkeitsarbeit, meine kaufmännischen Erfahrungen und mein Organisationstalent miteinander verknüpfen kann und dabei nicht auf die Arbeit mit Kindern und gleichzeitig erwachsenen Menschen (Eltern, Lehrer, Ärzte) verzichten muss. Genau diese Möglichkeit sah ich in einer Partnerschaft mit dem LOS-Verbund.

Aber ich war ja mit Leib und Seele Grundschullehrerin und schließlich gab es an meinem  Wunschstandort Wernigerode schon ein LOS….

 

 

Von der Gründung eines LOS…

So waren einige Jahre vergangen, als ich hörte, dass es das LOS in Wernigerode nicht mehr gibt. Meine damaligen Gedanken waren sofort wieder präsent. Ich kann gar nicht beschreiben, wie viele Fragen durch meinen Kopf sprudelten: Sollte ich mir meinen Traum von der Selbstständigkeit doch noch erfüllen können? Ist es nicht zu riskant, in der heutigen Zeit einen festen Job aufzugeben? Aber wenn ich’s jetzt nicht wage, wann dann?

Was lag da näher, als ganz schnell Kontakt zum LOS-Verbund aufzunehmen?

Kurz nach dem ersten Telefonat kam es schon zum ersten Treffen in der LOS-Zentrale in Saarbrücken, bei dem ich das LOS-Konzept kennenlernte und die notwendigen Voraussetzungen für eine selbstständige Tätigkeit erfuhr.
Mit vielen, für mich entscheidenden Informationen im Gepäck und bereits mit der festen Überzeugung, ein Jahr später mein LOS zu eröffnen, trat ich damals die Heimreise nach Wernigerode an.

Und es war ein aufregendes Jahr, bis es dann im Oktober 2013 endlich soweit war und ich mein LOS in Wernigerode eröffnen konnte.
Damit der für mich sehr große Schritt in die Selbstständigkeit gelingt, wurde ich von der LOS-Zentrale individuell beraten und war damit bestens für den Start vorbereitet. Intensive Schulungen im kaufmännischen als auch im pädagogischen Bereich gehörten dazu. Auch zwischendurch fühlte ich mich nie allein gelassen und konnte mich mit allen auftretenden Fragen immer an meine Berater wenden. 

... bis heute

Mittlerweile sind seit der Gründung meines LOS vier Jahre vergangen.

Vier Jahre, die nicht weniger aufregend und arbeitsintensiv waren als das Gründungsjahr selbst. Denn im LOS passiert immer viel, aber das ist meist durchweg positiv.

Vor zwei Jahren habe ich eine Zweigstelle in Halberstadt eröffnet.
Inzwischen werden im LOS Wernigerode und im LOS Halberstadt über 100 Kinder von meinen Pädagogen und mir gefördert.

Aus tiefstem Herzen kann ich heute sagen, dass ich mit meinem Schritt in die Selbstständigkeit und mit dem LOS-Verbund an meiner Seite meine Berufung gefunden habe. Freudige Kinderaugen, wenn sie beginnen, selbstbewusst und ohne Angst vorzulesen, sich ihre Rechtschreibleistung kontinuierlich verbessert und die Dankbarkeit ihrer Eltern bestätigen mich immer wieder in meiner täglichen Arbeit.

Mein LOS ist von einer harmonischen und ruhigen Atmosphäre geprägt, die auch von den Pädagogen ausgestrahlt wird und sich auf die Schüler und ihre Eltern überträgt. Wir haben immer ein offenes Ohr für deren Anliegen und bemühen uns um eine schnelle Lösung, was sehr geschätzt wird.

Mit den Pädagogen pflege ich einen kollegialen Umgang auf Augenhöhe. Sie werden regelmäßig geschult und somit auf den neuesten Stand in der LRS-Förderung und der Unterrichtsorganisation gebracht.

Ebenso wichtig sind mir regelmäßige Kontakte zu Multiplikatoren wie Ärzten, Lehrern und Ämtern. Diesbezüglich verfüge ich inzwischen über wichtige Netzwerke, die den Erfolg unserer Förderarbeit intensivieren.

Nach wie vor befinde ich mich in engem Austausch mit der LOS-Zentrale und anderen LOS-Partnern. Wir treffen uns viermal im Jahr zu bundesweiten und regionalen Tagungen, bei denen allgemeine Informationen über Innovationen und die Fortentwicklung des LOS-Konzeptes, Qualitätssicherung, Fort- und Weiterbildung der LOS-Pädagogen, Mitarbeiterführung, Elternarbeit sowie Marketing und betriebswirtschaftliche Fragen im Mittelpunkt stehen. Diese gute und verlässliche Partnerschaft zwischen Lizenzgeber und Lizenznehmern trägt zum Erfolg der LOS bei. Unternehmensführung und Partner werden vom Wissenschaftlichen Beirat, der Pädagogischen Arbeitsgruppe und dem Medienbeirat begleitet.

Darüber hinaus unterstützen mich und meine Kollegen langjährige und erfahrene Partner aus allen LOS-Regionen über das Mentoren-Programm mit wertvollen Tipps aus der Praxis zu bestimmten Themenschwerpunkten. 

Erfolge im LOS

Unsere verbundweite LOS-Studie 2016 mit insgesamt 10.000 Schülern  hat ergeben, dass sich im LOS geförderte Schüler doppelt so schnell verbessern  wie konventionell geförderte Schüler. 93 Prozent der Eltern würden ihre Kinder wieder im LOS anmelden. Das bestärkt mich in meiner Arbeit als LOS-Leiterin, denn das Schönste ist, den Kindern zu helfen ihre schulischen und beruflichen Ziele zu erreichen, damit ihnen mit unserer Hilfe alle Türen für eine erfolgreiche Zukunft offen stehen.

Der wirtschaftliche Erfolg meines LOS ist natürlich auch wichtig, denn nur mit einem starken wirtschaftlichen Hintergrund kann man eine hervorragende pädagogische Arbeit leisten. Beides trifft bei mir zu – und darauf bin ich stolz.

Meine Begeisterung für diese bereichernde Tätigkeit ist in den fünf Jahren nach meiner Übernahme des LOS nur noch größer geworden.