Welche Förderung hilft tatsächlich?

Welche Förderung hilft tatsächlich?

Nur Förderkonzepte, die direkt am Lesen und Schreiben arbeiten, sind wirklich effektiv, man nennt sie symptomorientiert. Durch die Beseitigung angenommener Ursachen, die mit Lesen und Schreiben nichts direkt zu tun haben, ist eine Verbesserung nicht zu erwarten. Versprechungen auf schnelle Hilfe sind grundsätzlich zu misstrauen.

Den Sorgen der Eltern, wenn Kinder Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben, nehmen sich viele an. Es werden zum Beispiel ergotherapeutische Trainings, Trainieren der Blicksprünge, Kinästhetik, Trainieren der Ordnungsschwelle und anderes empfohlen. Mitunter wird sogar versprochen, dass es Wege zum Lesen und Schreiben gibt, die weniger anstrengend sind als das traditionelle Lesen- und Schreibenlernen.

Symptomorientiert oder ursachenorientiert?

Bei vielen Förderangeboten, wie den oben genannten, handelt es sich um ursachenorientierte Verfahren. Ursachenorientierte Ansätze versuchen, wie das Wort sagt, die LRS durch Beseitigung einer angenommenen Ursache, beispielsweise einer Aufmerksamkeitsstörung, in den Griff zu bekommen. Man glaubt, das sich durch Verbesserung der Aufmerksamkeit auch automatisch die LRS verbessern würde. Aus vielen wissenschaftlichen Untersuchungen ist aber bekannt, dass diese automatische Auswirkung auf den Lese-/Rechtschreibbereich nicht eintritt.
Bei der Förderung im Bereich der LRS bringt es eben keinen Erfolg, Basiskompetenzen wie Motorik, Konzentrationsfähigkeit, auditive Wahrnehmung und Ähnliches zu trainieren. Aus diesem Grund halten sich die symptomorientierten Ansätze nicht mit der Suche nach einer angeblichen Ursache auf. Der symptomorientierte Ansatz erzielt die Verbesserung im Lesen und Schreiben durch direkte Förderung in den Symptombereichen Lesen und Schreiben. International durchgeführte Studien zeigen, dass die Förderung von jungen Menschen mit LRS durch symptomorientierte Methoden gelingt.

Lesen und Schreiben lernt man durch Lesen und Schreiben

So bleibt als einzig realistischer Weg nur die an das Kind angepasste direkte und systematische Förderung im Lesen und Schreiben. Bei der Förderung im Bereich der LRS gibt es keine „Wunderheilung“. Um nicht vollzogene Lernschritte zu aktivieren, braucht das Kind Unterweisung und wiederholendes Üben in den Bereichen Lesen und Schreiben. Das Kind muss darüber hinaus Einsicht in das zu Erlernende gewinnen. Dies ist zwar eine anstrengende Tätigkeit für Lese-/ Rechtschreibschwache, die Anleitung durch verständnisvolle und konsequente Pädagogen in Verbindung mit dem einsetzenden Erfolg sorgt jedoch für Motivation und Steigerung des Selbstwertgefühls. Der junge Mensch kann sich dem schulischen Alltag erfolgreich stellen.

Die pädagogische LRS-Therapie, so wie sie im LOS durchgeführt wird, hat in wissenschaftlichen Studien ihre Wirksamkeit nachgewiesen. Die Anstrengung einer langfristig angelegten symptomorientierten Förderung lohnt sich also!