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LRS/Legasthenie: Anzeichen, Symptome und Ursachen


Typische Anzeichen und Symptome für eine LRS

Beobachten Sie bei Ihrem Kind häufig folgende Schwierigkeiten?

  • Ihr Kind liest langsam und gerät häufig ins Stocken.
  • Es hat Probleme beim Zusammenziehen einzelner Buchstaben.
  • Es kann Texte zwar (langsam) erlesen, versteht aber den Inhalt nicht.
  • Ihr Kind macht auffallend viele Rechtschreibfehler, auch bei intensiv geübten Wörtern.
  • Es schreibt Wörter mal richtig, mal falsch.
  • Es vertauscht beim Schreiben immer wieder einzelne Buchstaben bzw. Wortteile, lässt sie ganz aus oder fügt etwas Unpassendes hinzu.
  • Ihr Kind hat große Schwierigkeiten beim Abschreiben.
  • Es entwickelt eine undeutliche oder unleserliche Handschrift.
  • Ihr Kind kann sich mündlich gut ausdrücken, diese Gedanken aber nicht aufs Papier bringen.
  • Herkömmliche Nachhilfe hat bisher keinen Erfolg gebracht?

Gewissheit ist der erste Schritt zu einer gezielten Erleichterung. Ein wissenschaftlich fundierter LRS-Test zeigt genau, wo Ihr Kind Unterstützung benötigt. Erfahren Sie hier, wie der LRS-Test im LOS abläuft und wie Sie einen Termin vereinbaren können.


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Welche Anzeichen deuten auf LRS hin? Was ist Legasthenie bei Kindern?

LRS ist die Abkürzung für Lese-Rechtschreib-Schwäche (die Bezeichnung "LRS-Schwäche" wäre also des Guten zu viel), Lese-Rechtschreib-Störung oder auch allgemein Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten. Diese können in unterschiedlichen Schweregraden auftreten – bis hin zu Legasthenie. Probleme beim Lesen und Schreiben treten fast immer gleichzeitig auf. Ist nur das Schreiben betroffen, spricht man von einer isolierten Rechtschreibschwäche oder -störung. Nicht selten fällt es den Betroffenen schwer, die Anforderungen der Regelschule im Unterricht und bei den Hausaufgaben zu erfüllen.

Aber wie können Eltern erkennen, ob ihr Kind an einer Lese-Rechtschreib-Schwäche, -Störung oder Legasthenie leidet? Gerade während des ersten Schuljahres darf ein Kind doch noch viele Fehler machen, oder? Ein großes Problem ist, dass die Anzeichen für eine LRS sehr vielfältig sein können und mögliche Symptome einer LRS nicht immer klar als solche zu erkennen sind bzw. es "die typischen Symptome" nicht gibt.

Anzeichen für LRS: Schwierigkeiten beim Lesen, Vorlesen und Textverständnis

Obwohl zur „Legasthenie" Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben gehören, bedeutet der Begriff der Legasthenie wörtlich übersetzt "Leseschwäche". Und tatsächlich finden sich bei einem legasthenen Kind beim Lesen besonders viele Auffälligkeiten, die auf eine Lese-Rechtschreib-Problematik hindeuten. Das gilt sowohl für das (laute) Vorlesen als auch für das Lesen und Verstehen von Texten. Beim Vorlesen sind folgende vergleichsweise leicht zu erkennen und können bereits in der Anfangsphase des Lesen- und Schreibenlernens in der ersten und zweiten Klasse auftreten. 

Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche lesen meist langsam und stockend. Wenn Eltern beobachten, dass ihr Kind Buchstaben nicht als Wörter erkennt und sie stattdessen immer wieder einzeln liest, sollten sie hellhörig werden. Zudem werden teilweise Wörter gelesen, die zwar in den Sinn passen, aber nicht im Text stehen. Vor allem in jüngeren Jahren lesen LRS-Kinder Texte "auswendig". Ob ihr Kind eines oder mehrere der Symptome einer LRS aufweist, können Eltern leicht überprüfen, indem sie sich von ihrem Kind einen unbekannten Text vorlesen lassen. 

Noch schwerwiegender sind jedoch die Verständnisprobleme, die LRS-Kinder beim Lesen von Texten haben. Während sie mündliche Anweisungen gut verstehen, können sie den Sinn eines unbekannten Textes nicht oder nur mit größten Anstrengungen erfassen. Das beeinträchtigt sie stark beim Lernen, führt aber auch zu schneller Ermüdung und wirkt demotivierend. 

Wenn ein Kind beim Lesen besonders angestrengt wirkt und generell versucht, das Lesen zu vermeiden, kann das ein Hinweis auf eine LRS sein. Denn junge Menschen mit LRS oder Legasthenie lesen wegen ihrer Probleme meist nicht oder nur unter Druck.

Anzeichen für LRS: Schwierigkeiten beim Schreiben

Dass Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Legasthenie viele Rechtschreibfehler machen, ist kein Geheimnis. Früher ging man davon aus, dass die Legasthenie vor allem an ganz bestimmten Fehlern zu erkennen ist, zum Beispiel am häufigen Vertauschen ähnlich aussehender Buchstaben oder ähnlich klingender Laute  wie "b-d", "b-p", "d-t", "p-q" oder "g-k". Dies ist inzwischen widerlegt. Das wesentlichste Symptom einer LRS ist, dass Kindern mit LRS oder Legasthenie über einen längeren Zeitraum viele Rechtschreibfehler unterlaufen. Eine klare Grenze zwischen rechtschreibschwachen und anderen Schülern gibt es nicht. Der Übergang ist fließend.

Häufig beobachten Eltern, dass betroffene Kinder auch bereits bekannte und intensiv geübte Wörter falsch schreiben. Oft schreiben sie ein Wort einmal richtig, dann aber wieder falsch. Es ist nicht selten, dass sie bei mehrmaligem Schreiben eines Wortes jedes Mal andere Fehler machen. Ungeübte Diktate können zur Katastrophe werden. Manchmal schaffen es auch Kinder mit LRS oder Legasthenie, in einem bestimmten Teil eines Textes wenige Fehler zu machen. Dieses Niveau halten sie jedoch in der Regel nicht durch und ihre Rechtschreibleistung bricht danach in einem anderen Textabschnitt ein. Insgesamt brauchen Schüler mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche deutlich mehr Zeit, sich den altersgemäßen Wortschatz zu erarbeiten, oder schaffen es nur ungenügend.

Symptome einer Legasthenie: Die feinen Unterschiede

Während die Anzeichen einer vorübergehenden Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) oft wellenartig auftreten und sich mit klassischer Unterstützung im Laufe der Zeit stabilisieren lassen, zeigt sich eine angeborene Legasthenie meist noch intensiver und hartnäckiger. Für Eltern und Lehrkräfte ist es wichtig zu wissen: Es gibt nicht den einen typischen Einzelfehler, an dem sich eine Legasthenie sofort zweifelsfrei ablesen lässt.

Hohe Fehlervarianz und der Mythos der „typischen“ Buchstaben-Dreher

Früher hielt sich hartnäckig die Annahme, dass legasthene Kinder vor allem ähnlich aussehende oder klingende Buchstaben wie b und d, p und q oder g und k vertauschen. Die moderne Wissenschaft hat dies längst widerlegt. Das eigentliche, auffälligste Merkmal beim Schreiben ist vielmehr eine extrem hohe Fehlerzahl über einen langen Zeitraum sowie eine ausgeprägte Fehlervarianz. Betroffene schreiben ein und dasselbe Wort oft innerhalb eines einzigen Textes oder Diktats auf drei verschiedene Weisen falsch – selbst dann, wenn das Wort zuvor intensiv geübt wurde.

Auffälligkeiten beim Lesen und die Abwärtsspirale der Lesevermeidung

Beim Lesen führt eine Legasthenie oft dazu, dass Kinder Wörter mühsam Buchstabe für Buchstabe erlesen und Probleme damit haben, diese zu einem flüssigen Wort zusammenzuziehen. Häufig werden auch Wörter erraten oder durch Begriffe ersetzt, die zwar in den Sinn passen, aber gar nicht im Text stehen. Weil das laute Vorlesen und das Verstehen von Texten für diese Kinder mit enormer Frustration verbunden sind, entwickeln sie schnell ausgeprägte Vermeidungsstrategien. Sie verweigern das Lesen gänzlich oder lesen nur unter großem Druck. Das Problem dabei: Durch das fehlende Training verschlimmern sich die Symptome im Laufe der Schulzeit weiter.

Rasche Ermüdung und Erschöpfung im Alltag

Da das Gehirn bei einer Legasthenie Schriftsignale anders verarbeitet, bedeutet jeder Lese- und Schreibvorgang für das Kind neuropsychologische Schwerstarbeit. Dies führt dazu, dass legasthene Kinder beim Lernen, im Unterricht oder bei den Hausaufgaben auffallend schnell ermüden und nach kurzer Zeit vollkommen erschöpft wirken. Diese Erschöpfung wird von außen fälschlicherweise oft als mangelnde Konzentration, Lustlosigkeit oder fehlender Fleiß interpretiert.

Die isolierte Rechtschreibstörung

Eine besondere Form stellt die isolierte Rechtschreibstörung dar. Hierbei zeigen sich die massiven Hürden ausschließlich beim Verfassen von Texten und der Einhaltung orthografischer Regeln. Das Lesen hingegen gelingt den betroffenen Kindern oft flüssig, und auch das Textverständnis ist altersgemäß ausgeprägt. Da diese Form im Schulalltag schwerer zu entdecken ist, bleibt sie oft lange unbemerkt, führt jedoch bei den Betroffenen zu einem ähnlich hohen Leidensdruck.

Die Ursachen von LRS und Legasthenie verstehen

Sowohl bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) als auch bei einer Legasthenie stellen sich Eltern und Betroffene unweigerlich die Frage nach dem „Warum“. Oftmals plagen Eltern unberechtigte Schuldgefühle, oder dem Kind wird fälschlicherweise mangelnder Fleiß vorgeworfen. Ein Blick auf die Ursachen zeigt jedoch, dass die Entstehung der Probleme vielschichtig ist – und sich die beiden Formen in ihren Auslösern grundlegend unterscheiden.

Neurobiologische und genetische Faktoren bei Legasthenie

Während eine LRS meist auf äußere Einflüsse oder unvollständig durchlaufene Lernstufen zurückzuführen ist, liegt einer echten Legasthenie eine angeborene, neurobiologische Veranlagung zugrunde. Untersuchungen zeigen, dass bei betroffenen Menschen die Hirnareale, die für die Verarbeitung von Sprache und Schrift zuständig sind, nachweisbar anders zusammenarbeiten.

Wie sich diese genetischen Unterschiede im Detail äußern und wie sich die Entstehung einer Legasthenie von einer erworbenen Lese-Rechtschreib-Schwäche abgrenzt, erfahren Sie in unserem Fachbeitrag:
LRS und Legasthenie: Ursachen und biologische Unterschiede

Äußere Einflüsse und erworbene Faktoren bei einer LRS

Im Gegensatz zur Legasthenie ist eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) meist nicht angeboren, sondern im Laufe des Lebens erworben. Die Ursachen hierfür liegen im Umfeld des Kindes oder in seiner individuellen Entwicklung:

  • Schulische und methodische Faktoren: Ein häufiger Wechsel von Lehrkräften, längere Unterrichtsausfälle oder Lernmethoden beim Erstleseunterricht, die nicht zu den Bedürfnissen des Kindes passen, können den Schriftspracherwerb empfindlich stören.
  • Individuelle Lebensumstände: Längere Krankheitsphasen in den ersten Schuljahren, Seh- oder Hörbeeinträchtigungen während der entscheidenden Lernphasen sowie emotionale Belastungen (z. B. durch Trennung der Eltern oder Schulwechsel) begünstigen das Entstehen von Wissenslücken, die sich ohne Hilfe verfestigen.

Die Schlüsselrolle der phonologischen Bewusstheit

Sowohl bei LRS als auch bei Legasthenie spielt die sogenannte phonologische Bewusstheit eine zentrale Rolle. Sie beschreibt die Fähigkeit, die lautliche Struktur unserer Sprache zu erkennen – also beispielsweise Silben zu klatschen, Anlaute herauszuhören oder Reime zu bilden. Ist diese Basisfertigkeit unzureichend entwickelt, fällt der darauf aufbauende Erwerb des Lesens und Schreibens extrem schwer. Diese Defizite lassen sich jedoch durch gezieltes Training gezielt ausgleichen.

Warum die Ursachenforschung wichtig ist – aber nicht die Lösung bringt

Das Verstehen der Ursachen ist für Eltern und Betroffene oft ein erster, emotional entlastender Schritt, da es zeigt: Niemand trägt die Schuld an den Problemen. Dennoch gilt: Das Wissen um die Ursache verbessert die Rechtschreibung nicht von allein.

Egal, ob die Schwierigkeiten genetisch bedingt oder durch äußere Umstände erworben wurden – verpasste Lernschritte im Schriftspracherwerb wachsen sich nicht aus. Sie müssen durch eine systematische, pädagogisch-therapeutische Förderung Schritt für Schritt nachgeholt werden. Eine genaue Diagnose des aktuellen Leistungsstandes ist daher der entscheidende Hebel, um dem Kind oder Erwachsenen zielgerichtet zu helfen.

Der einzige Weg bei LRS und Legasthenie ist eine wirksame Förderung

Die Symptome einer Lese-Rechtschreib-Schwäche oder einer angeborenen Legasthenie wachsen sich – trotz eines weitverbreiteten Irrglaubens – nicht einfach von alleine aus. Nicht vollzogene Lernschritte im Schriftspracherwerb müssen durch eine individuelle Förderung systematisch nachgeholt werden.

Bei ersten Hinweisen auf das Vorliegen von LRS oder Legasthenie bei Kindern sollten Eltern sich daher zeitnah die Unterstützung erfahrener Förderpädagogen holen. Im LOS wird zunächst durch einen wissenschaftlich fundierten Test ermittelt, ob und in welchen Bereichen das Kind Förderung benötigt.

Egal, ob eine vorübergehende Schwäche oder eine angeborene Störung vorliegt: Auf der Grundlage dieses Eingangstests wird ein individueller Förderplan erstellt. Dieser hilft dem Kind, seine spezifischen Defizite gezielt zu überwinden, Frustration im Schulalltag abzubauen und eine positive schulische sowie berufliche Perspektive zu entwickeln.

Tückisch: Gute Deutschnoten trotz LRS

"Mein Kind hat eine Zwei in Deutsch. Es kann doch nicht an einer LRS leiden", so die Meinung vieler Eltern. Tatsächlich ist die Deutschnote nicht immer aussagekräftig. In die Gesamtnote fließt die Rechtschreibung nur zu einem geringen Teil ein. Die inhaltliche und mündliche Leistung hat eine immer größere Bedeutung. 

Dadurch kann es vorkommen, dass ein Kind mit LRS trotz seiner besonderen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben lange Zeit eine gute Deutschnote hat. Für Eltern und das Kind selbst kann dies trügerisch sein. Tatsächlich bleiben die Probleme einer Lese- und Rechtschreibschwäche bei Kindern so unerkannt. Eltern sollten deshalb – unabhängig von den Noten ihres Kindes – auf dessen Lese- und Schreibfähigkeiten achten und sie gegebenenfalls in einem LOS-Institut überprüfen lassen.

 


Schlechte Noten in unterschiedlichen Fächern können ebenfalls auf eine Lese- und/oder Schreibschwäche bei Kindern hindeuten. Ursache sind hier hauptsächlich die Leseprobleme. Wenn ein Kind nicht in der Lage ist, Sachtexte und Aufgabenstellungen zu verstehen, hat es große Schwierigkeiten und kann die Aufgabe nicht oder nur zum Teil lösen. 

So sind schlechte Noten auch in anderen Fächern oft die Folge einer Störung des Schriftspracherwerbs, sogar in Mathematik, auch wenn häufig vorschnell und der Einfachheit halber eine Dyskalkulie, also eine Rechenschwäche diagnostiziert wird.

Video: Förderung trotz guter Schulnote

Obwohl das Zeugnis gute Schulnoten aufweist, spüren Eltern oft, dass etwas mit den Leistungen des Kindes nicht in Ordnung Ist. Beim Vorlesen zu Hause gerät das Kind ins Stocken, beim Schreiben eigener Texte macht es häufig Fehler. 

Wenn Eltern bezüglich der Lese- und Rechtschreibleistung ihres Kindes unsicher sind, sollten sie einen Termin für ein Beratungsgespräch im LOS vereinbaren. Hier wird abgeklärt, ob sich eventuell Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten dahinter verbergen – trotz guter Schulnoten.

Verhaltensauffälligkeiten als indirektes Symptom einer LRS oder Legasthenie

Das Verhalten legasthener Kinder kann auffällig und durch unerkannte Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben verursacht sein. LRS-Kinder sind in der Schule täglich mit ihren Defiziten konfrontiert. Das kann dazu führen, dass sie besonders aggressiv oder laut auftreten, um dies zu kompensieren. Einige Kinder mit LRS wirken hyperaktiv und gestresst. Bei vielen Kindern führen die Schwierigkeiten aber auch zu gegenteiligen Symptomen. 

Nicht selten werden diese indirekten Symptome der LRS fälschlicherweise für ADS oder ADHS gehalten. Auch können durch die LRS psychosomatische Beschwerden wie Schlafstörungen oder Bauchschmerzen ausgelöst werden. Psychische Störungen wie Beeinträchtigungen des Selbstbewusstseins, sozialer Rückzug und auch depressive Verstimmungen können ebenfalls auftreten.

An eine LRS bei Kindern als Ursache solcher Symptome denken die wenigsten Eltern. Auch hier gilt: Verändert sich das Verhalten des Kindes über längere Zeit auf solche Weise, könnte eine Überforderung in der Schule der Grund sein. Weil sich Kinder mit LRS beim Lesen und Schreiben stark anstrengen müssen, ermüden sie beim Lernen in der Schule und zu Hause sehr schnell. Wirkt ein Kind zum Beispiel beim Erledigen der Hausaufgaben besonders angestrengt, kann dies ein Zeichen einer Lese-Rechtschreib-Problematik sein.

Lese-Rechtschreib-Fertigkeiten frühzeitig überprüfen lassen

Eine Überprüfung der Lese-Rechtschreib-Fähigkeiten in einem LOS kann Klarheit schaffen, ob eine Lese-Rechtschreib-Schwäche als Ursache in Frage kommt oder etwas anderes für das Verhalten oder die psychischen Probleme des Kindes verantwortlich ist. 

Eltern, die Anzeichen von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten oder Legasthenie-Symptome beobachten und sich fragen: "Ist mein Kind vielleicht von LRS oder Legasthenie betroffen?" bzw. "Was ist Legasthenie bei Kindern?", erhalten Rat und Hilfe beim LOS in ihrer Nähe. Sobald die Probleme im Lesen und Schreiben verringert oder ganz behoben sind, werden sich auch die Auffälligkeiten im Verhalten reduzieren, sollten sie die Ursache sein. Eltern, die also Anzeichen für Legasthenie, Lese-Rechtschreibschwäche oder "einfach nur" Probleme beim Lesen und Schreiben bei ihrem Kind feststellen, sollten sofort handeln und Kontakt zum LOS in ihrer Nähe aufnehmen, um zu klären, ob unerkannte Probleme im Lesen und Schreiben als Ursache für die Verhaltensauffälligkeiten infrage kommen oder ob das Verhalten andere Gründe hat. Sollte der LRS-Test tatsächlich zeigen, dass eine Lese-Rechtschreibschwäche, Lese-Rechtschreibstörung oder isolierte Rechtschreibstörung vorliegt, hilft den betroffenen Kindern eine pädagogische Therapie im LOS bei der Überwindung ihrer Schwierigkeiten. Dadurch steigen auch die übrigen schulischen Leistungen wieder. In jedem Fall ist eine möglichst frühe Abklärung erforderlich, damit mit der richtigen Therapie begonnen werden kann. Denn je früher mit einer LRS-Therapie begonnen wird, desto schneller werden die Betroffenen ihre Probleme los.

Was eine pädagogische Therapie bei LRS und Legasthenie leisten sollte

Das Ergründen möglicher Ursachen bringt keine besseren Leistungen. Auch eine reine Diagnostik allein bewirkt keinen Erfolg. Eine wirksame, außerschulische Förderung ist der Schlüssel. Eine pädagogische Therapie bei LRS oder Legasthenie muss sich unbedingt an den individuellen Fähigkeiten der betroffenen Kinder orientieren.

Eine erfolgreiche Förderung setzt deshalb eine gewissenhafte Diagnose voraus. In den LOS wird anhand des Eingangstests ein Förderplan entwickelt, der eine gezielte Förderung des Kindes unter Berücksichtigung seiner Stärken und Schwächen ermöglicht. So können Schülerinnen und Schüler nicht vollzogene Lernschritte im Schriftspracherwerb systematisch nachholen und ihre Defizite nachhaltig beseitigen.


Häufige Fragen (FAQ)

Weitere Infos zu Symptomen und Ursachen von LRS

Schreibt ein Kind mit LRS Wörter immer anders falsch?

Ja, das ist eines der typischsten Kernsymptome einer Lese-Rechtschreib-Schwäche. Kinder mit LRS haben kein fest abgespeichertes „Wortbild“ im inneren Lexikon. Sie raten oder konstruieren das Wort bei jedem Schreibversuch komplett neu aus den Lauten, die sie flüchtig heraushören. Deshalb kann dasselbe Wort in einem einzigen Text in mehreren unterschiedlichen, fehlerhaften Varianten auftauchen. Reines Auswendiglernen von Vokabeln oder das Abschreiben von Fehlerlisten hilft hier nicht weiter. In den LOS-Lehrgängen trainieren wir systematisch die phonologische Bewusstheit und vermitteln feste Rechtschreibstrategien (wie das Verlängern von Wörtern oder das Ableiten), damit aus dem fehlerhaften Raten ein logisches, strukturiertes Schreiben wird.

Warum verwechselt mein Kind beim Schreiben b und d oder p und q?

Dieses Phänomen verunsichert viele Eltern, ist aber im frühen Schriftspracherwerb zunächst normal. Unser Gehirn ist darauf trainiert, Gegenstände unabhängig von ihrer Ausrichtung zu erkennen (ein Stuhl bleibt ein Stuhl, egal ob er nach links oder rechts gedreht ist). Bei den Buchstaben b, d, p und q muss das Gehirn diese angeborene „Rotationsinvarianz“ jedoch mühsam ausschalten, da die Richtung hier plötzlich die Bedeutung verändert. Es handelt sich hierbei um eine visuelle Verarbeitungssache, nicht um einen Sehfehler. Bleibt diese Verwechslung jedoch über die erste Klasse hinaus bestehen, deutet dies darauf hin, dass die Zuordnung von Laut und Buchstabe nicht stabil automatisiert wurde. Im LOS helfen wir dem Kind über einen systematischen, silben- und morphembasierten Ansatz, die Struktur der Buchstaben visuell und lautlich klar voneinander abzugrenzen. 

Woran erkenne ich, ob mein Kind nur flüchtig Fehler macht oder eine echte Rechtschreibschwäche (LRS) hat?

Flüchtigkeit verschwindet mit Entlastung und Aufmerksamkeit. Eine Rechtschreibschwäche bleibt trotz gutem Zureden bestehen. Im LOS gehen wir über das bloße Beobachten hinaus: Mit dem wissenschaftlich fundierten Online-Rechtschreibtest schreib.on analysieren wir die Fehlerprofile Ihres Kindes exakt. Wir schauen nicht nur, wie viele Fehler passieren, sondern welche Denk- und Systematikfehler dahinterstecken, um darauf basierend mit der passgenauen Förderung anzusetzen. 

LRS trotz guter Noten im Zeugnis – geht das?

Ja. In die Gesamtnote fließt die Rechtschreibung nur zu einem geringen Teil ein. Die inhaltliche und mündliche Leistung hat eine immer größere Bedeutung. Dadurch kann es vorkommen, dass ein Kind mit LRS trotz seiner besonderen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben lange Zeit eine gute Deutschnote hat.

In einigen Fällen liegt es auch am sogenannten Notenschutz oder Nachteilsausgleich, den Schulen bei einer festgestellten LRS gewähren können. Dann wird die Rechtschreibung in Klassenarbeiten schlichtweg nicht gewertet, wodurch die Deutschnote künstlich stabil bleibt. Das schützt zwar kurzfristig die Psyche, löst jedoch das Problem nicht: Später in der Ausbildung oder im Beruf zählt die fehlerfreie Schrift. Im LOS lassen wir uns nicht von reinen Zeugnisnoten täuschen. Unsere Diagnostik schaut hinter die Notenfassade und misst die tatsächliche, objektive Schreib- und Lesekompetenz des Kindes im Vergleich zu seiner Altersgruppe.

 


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Herausgeber & Qualitätssicherung:
Dieser Ratgeber wurde von der LOS-Fachredaktion erstellt. Um die höchste fachliche und wissenschaftliche Qualität zu garantieren, werden alle Inhalte von der pädagogischen Arbeitsgruppe entwickelt und in enger Abstimmung mit dem Wissenschaftlichen Beirat des LOS-Verbundes sowie dem Vorstand geprüft und freigegeben.
Zuletzt fachlich aktualisiert am:11.09.2026