Barbara Piller-Partsch – LOS Wien 22

Was hat sich für Sie persönlich verändert, seit
Sie Ihr eigenes LOS leiten?
Kennen Sie das Gefühl, sich morgens voller Tatendrang auf den Arbeitstag zu freuen? Für mich wurde dieses Ideal am 2. März 2021 mit der Unterzeichnung meines Lizenzvertrages im LOS-Verbund Wirklichkeit.
Wie kam es zu Ihrer Entscheidung – und wie haben Sie die Gründungsphase erlebt?
Im Herbst 2020 wusste ich: Eine grundlegende berufliche Veränderung muss her. Die Idee, ein LOS zu gründen, kam fast wie aus heiterem Himmel. Nach der ersten Anfrage beim Verbund ging alles sehr schnell. Trotz schwieriger Corona-Bedingungen reiste ich zur Zentrale nach Saar-brücken, und bald stand fest: „Das mache ich!“
Die größte Hürde war die Suche nach passenden Räumlichkeiten. Hier half mir ein überzeugender Businessplan, den ich dank der Unterstützung des LOS-Verbundes professionell erstellen konnte. Wenn man seine Berufung gefunden hat, ergibt sich vieles von selbst.
Was hat Sie am LOS-Konzept besonders überzeugt?
Als ehemalige Lehrerin waren Grammatik und Textproduktion schon immer mein Steckenpferd. Während der Basisschulung für neue Institutsleiter wurde mir schnell klar: „Das ist genau mein Ding.“ Die LOS-Methode bietet genau die wissen-schaftlich fundierte Basis und klare Struktur, die Kinder mit LRS brauchen.
Der Sprung in die Selbstständigkeit nach vielen Jahren im Angestelltenverhältnis war eine men¬tale Herausforderung. Doch mit dem LOS-Verbund im Hintergrund fühlte ich mich nie allein. Ich erhielt wertvolle Hilfestellungen in pädagogischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Bereichen.
Wo stehen Sie heute – und wie hat sich Ihr LOS seit der Gründung entwickelt?
Mein Institut in Wien 22 startete im August 2021. Schon das erste Beratungsgespräch war erfolgreich, und die ersten Schüler meldeten sich an. Heute, ein paar Jahre später, führen mein Mann und ich das Institut als kleinen Familien-betrieb mit sieben engagierten Lehrkräften. Mein Mann übernimmt die wirtschaftlichen Agenden, während ich mich auf die Pädagogik und die Elternberatung konzentriere – eine perfekte Symbiose. Das funktioniert so gut, dass wir zum Sommer mit einem weiteren LOS im 21. Bezirk expandieren werden!
Was sollten Interessierte über die Selbstständigkeit mit einem LOS unbedingt wissen?
Der Hauptmotor meiner Arbeit ist, Kindern durch bessere Rechtschreib- und Lesekompetenz einen erfolgreichen Lebensweg zu ermöglichen. Die positiven Rückmeldungen der Eltern und die sichtbaren Fortschritte der Kinder sind unglaublich erfüllend – wie beispielsweise die Freude des Mäd¬chens, das sich von Prozentrang 9 auf 97 verbe¬ssert hat.
Eine LRS-Förderung ist kein Spaziergang und erfordert Durchhaltevermögen von allen Beteilig-ten. Aber als Institutsleiterin habe ich die Freiheit und die Werkzeuge, diesen Prozess professionell zu begleiten. Ich habe den Schritt in die Selbstständigkeit keinen Tag bereut.
Als mein Lebensgefährte bemerkte, wie wichtig mir diese Unternehmung war, bot auch er mir die Möglichkeit eines Privatdarlehens an. Schritt für Schritt kam ich meinem Ziel näher. Und sogar meine Eltern ließen sich von meiner Idee eines eigenen Instituts überzeugen. Zu guter Letzt gelang es tatsächlich, die Summe für die Übernahme des LOS Wiener Neustadt aufzutreiben.
Wie ging es nach der Übernahme des LOS weiter?
Nach der Übernahme gab es einiges zu erledigen. Im Sommer 2016 verbrachte ich viele „staubige“ Stunden im LOS. Ich musterte abgelebtes Mobiliar aus, erneuerte die komplette PC-Ausstattung, malte abgegriffene Wände aus, sorgte für neue Whiteboards und brachte passende Deko-Elemente an. Im September 2016 war es dann so weit: Das LOS Wiener Neustadt erstrahlte in neuem Glanz. Ich startete mit 57 Kindern in mein erstes Geschäftsjahr. In den darauffolgenden Monaten stieg die Kinderanzahl nur langsam an. Anfänglich war ich besorgt und bangte um das Vorankommen des Unternehmens. Hilfestellung erhielt ich von der Dienst!AG. Rasch war durch die engmaschige Betreuung das kleine Tief überwunden. Im Allgemeinen empfand ich die Betreuung durch die Dienst!AG stets als sehr wertvoll. Viele Steine konnten bereits im Vorfeld, durch die langjährige Erfahrung des LOS-Verbundes, aus dem Weg geräumt werden. Mittlerweile werden durchschnittlich 90 Kinder im LOS Wiener Neustadt gefördert. Tendenz steigend.
Wie sehen Sie Ihre Tätigkeit als Institutsleiterin im LOS heute?
Die Übernahme des LOS Wiener Neustadt hat mein Leben in vielerlei Hinsicht verändert.
Das Tätigkeitsfeld einer Institutsleiterin ist abwechslungsreich und erfüllend. Auch meine Persönlichkeit profitiert von den Veränderungen. Die neuen Herausforderungen spornen mich zu Höchstleistungen an. Ich bin selbstbewusster denn je und packe Gelegenheiten beim Schopf. Durch Einsatzbereitschaft und Engagement ist es mir innerhalb eines Jahres gelungen, das LOS Wiener Neustadt gemeinsam mit dem Verbund zu stärken und zu neuem Leben zu erwecken.
Ich freue mich sehr über die positiven Entwicklungen des Instituts und bin überaus stolz, mit meinem jungen und dynamischen Pädagogen-Team vielen Kindern und Jugendlichen bei der Bewältigung ihrer Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten nachhaltig helfen zu dürfen.
