40 Jahre LOS-Verbund

LOS-Studie III: Analyse der Wirksamkeit einer pädagogischen LRS-Therapie

Der LOS-Verbund wird zum dritten Mal eine umfassende Studie erstellen, deren Ergebnisse bis September 2028 vorliegen werden. Die ersten beiden Studien fanden 2006 bis 2008 und 2015 bis 2017 statt. Mit den Daten von 2026 und 2027 soll eine Evaluierung der Förderung von lese-rechtschreibschwachen jungen Menschen im LOS durchgeführt werden. In der LOS-Studie 3 soll aufgezeigt werden, ob die Förderung nach dem Konzept der pädagogischen LRS-Therapie wirkt und wo diese noch verbessert werden kann. Darüber hinaus könnten Teilstudien Kriterien identifizieren, die sich als hinderlich oder förderlich für den Lernerfolg von jungen Menschen mit LRS erweisen - eine wichtige Information für Wissenschaftler/innen und alle, die sich in der Praxis mit der Behebung von Problemen im Lesen und Schreiben beschäftigen. Maßstab für den Fördererfolg sind die Ergebnisse des diagnostischen Rechtschreibtests schreib.on, der von der Dideon GmbH vertrieben wird und sowohl von den LOS als auch von Schulen als Eingangs- und Verlaufsdiagnostik eingesetzt wird. Weitere Fragen könnten beantwortet werden, durch Fragebögen an Eltern, LOS-Lehrkräfte und LOS-Leiterinnen und -Leiter oder durch Interventionsstudien, Beobachtungsstudien usw.

Ziele und übergeordnete Fragestellungen

Der LOS-Verbund hat zunächst das Ziel, die LOS-Förderpraxis zu evaluieren, das heißt, die Wirksamkeit der pädagogischen LRS-Therapie im LOS erneut zu bestätigen und den Erfolg der einzelnen LOS-Institute zu überprüfen. Nur wenn es belegbar ist, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von der Teilnahme am Förderunterricht in den LOS profitieren, kann als erwiesen angesehen werden, dass der Förderunterricht im LOS bei der Überwindung von Problemen im Lesen und Schreiben hilft. Darüber hinaus soll überprüft werden, wie sich die statistischen Merkmale einer Gruppe: Alter, Klassenstufe, Geschlecht, Ausgangsleistung im Lesen und Rechtschreiben, Schulform und Wohnort auf den Lernerfolg auswirken. Interessant ist auch festzustellen, ob sich die Wirksamkeit der Förderung im LOS gegenüber den Ergebnissen der beiden Vorgängerstudien geändert hat. Diese Fragen können durch die Daten aus dem Rechtschreibtest schreib.on beantwortet werden.

Die Tatsache, dass der LOS-Verbund aus zahlreichen einzelnen Instituten besteht, die auf der Grundlage des gemeinsamen, standardisierten Konzeptes durchaus unterschiedliche Rahmenbedingungen realisieren, soll bei der Evaluation genutzt werden, um Bedingungen zu identifizieren, die sich als förderlich oder hinderlich für den Fördererfolg erweisen. Dabei soll insbesondere nach solchen pädagogischen Konzepten und organisatorischen Bedingungen gefragt werden, die den Fördererfolg der Institute auf der Grundlage der gemeinsamen „LOS-Methode" möglicherweise modifizieren, wie z.B. niedrigere oder höhere Förderfrequenz, Dauer der Förderung, Qualifizierung der LOS-Lehrkräfte usw. 

Ziel ist, bestehende Konzeptannahmen der LOS-Methode auf den Prüfstand zu stellen, neue Konzeptelemente (virtuelle Förderung, Flatrate für Online-Förderung zu Hause) hinsichtlich ihres Erfolges zu überprüfen sowie das LOS-Konzept und die Förderung in den einzelnen LOS weiter zu verbessern.

Die wichtigsten Säulen der LOS-Studie 3 im Überblick:

Wissenschaftliche Datenbasis
Die Evaluation stützt sich auf die anonymisierten Testergebnisse der standardisierten Eingangs- und Verlaufsdiagnostik schreib.on

 

Wirksamkeit und Trends
Untersucht wird, wie nachhaltig die pädagogische LRS-Therapie wirkt, wie sich neue Konzepte (z. B. virtuelle Förderung und Heim-Online-Flatrates) auswirken und welche Faktoren – wie Alter, Schulform oder Förderfrequenz – den Lernerfolg begünstigen.

 

Erfolgs- und Abbruchanalyse
Neben der Identifikation optimaler Förderbedingungen steht auch die gezielte Analyse von Hürden im Mittelpunkt, um vorzeitigen Abbrüchen entgegenzuwirken.

 

Mehrwert für die Öffentlichkeit
Durch die Offenlegung der Ergebnisse profitieren Wissenschaftler/innen, Lehrkräfte und betroffene Familien gleichermaßen von fundierten Erkenntnissen zur effektiven Überwindung von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten.

Konkrete Fragestellungen

Die konkreten Fragestellungen richten sich nach den Zielen der Studie. Geht man davon aus, dass neben einer Wirksamkeitsprüfung der Förderarbeit aller LOS auch eine Analyse von Gelingensbedingungen wünschenswert ist, so ergeben sich folgende erste Fragen, die im Laufe der Studie geändert oder um weitere Fragen ergänzt werden können.

Fragen zum LOS-Verbund – übergeordnete Ebene

Diese Fragen beziehen sich auf die globale Wirksamkeit des LOS-Förderkonzepts und auf allgemeine Trends im gesamten Verbund.

Globale Wirksamkeit
Lassen sich bei Kindern und Jugendlichen, die im LOS gefördert werden, Lernfortschritte feststellen, die auf eine Wirksamkeit der pädagogischen LRS-Therapie der LOS schließen lassen?

Trendanalyse
Hat sich die Wirksamkeit der LRS-Therapie im LOS gegenüber den Ergebnissen der beiden Vorgängerstudien (2006–2008 und 2015–2017) verändert?

Phasenverlauf
Lässt sich aus dem Lernverlauf schließen, dass die Förderung in verschiedenen Phasen (z. B. erstes vs. zweites Förderjahr) unterschiedlich wirksam ist?

Zielgruppen-Effekte
Gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Schülergruppen (differenziert nach Alter, Geschlecht, Schulform oder Lernausgangsniveau) unterschiedlich stark vom Förderangebot profitieren?

Eingangstestung
Welche Schüler oder Schülergruppenwerden nach der ersten Testung im LOS gefördert und welche nicht.

Konzeptprüfung
Wirken sich neue Konzeptelemente wie die Flatrate für Online-Förderung zu Hause (unbegrenzte Lernzeit) oder virtuelle Förderung ( digitale Gruppen) signifikant auf den Lernerfolg aus?

Abbruchanalyse
Welche systematischen Unterschiede bestehen in den digitalen Profilen zwischen Schülern, die das Förderziel erreichen, und solchen, die die Förderung vorzeitig abbrechen oder nicht wie gewünscht ansprechen (Non-Responder)?

Fragen zum LOS-Verbund – Institutsebene

Diese Fragen nutzen die unterschiedlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Standorte für vergleichende Analysen. Die Fragen zu Wirksamkeit, Phasenverlauf, Zielgruppeneffekten, Konzeptprüfungen, Eingangstestungen und Abbruchanalyse können im Rahmen der Konzeptanalyse für jedes teilnehmende LOS beantwortet werden.

Institutsvergleich (anonym)
Unterscheiden sich die einzelnen LOS-Institute hinsichtlich der Wirksamkeit ihrer Förderung?

Bedingungsvariation
Gibt es Unterschiede in der Wirksamkeit, wenn die Förderung unter verschiedenen Bedingungen (z. B. unterschiedliche Förderfrequenz oder Dauer der Förderung) stattfindet?

Organisatorische Einflüsse
Gibt es Hinweise darauf, dass Merkmale wie die Größe des Instituts oder die Durchführungsbedingungen (Präsenz vs. digital) den Fördererfolg modifizieren?

Abbruchanalyse
Welche Unterschiede bestehen zwischen Schülerinnen und Schülern, die das Förderziel erreichen, und solchen, die vorzeitig abbrechen oder nicht wie gewünscht auf die Förderung ansprechen? Gibt es Faktoren im einzelnen LOS, die den Negativtrend begünstigen?

Erfolgsfaktoren
Lassen sich systematische Unterschiede in den digital erfassbaren Daten zwischen besonders erfolgreichen und weniger erfolgreichen Instituten feststellen?

Regionale Unterschiede
Gibt es statistische Zusammenhänge zwischen dem Standort (Wohnort/Einzugsgebiet) und dem Lernerfolg der Schüler?

Warum investieren die LOS zum dritten Mal in die Forschung?

Die LOS-Studiennehmen im deutschsprachigen Raum eine absolute Alleinstellung ein: Sie basieren auf sehr großen, standardisiert über den Test schreib.on erhobenen Datenmengen und decken ein derart breites Spektrum an Fragen zur LRS-Förderung ab, das in dieser Größenordnung und Systematik von keiner anderen Institution erreicht wird. Sie liefern mit der Studie nicht nur wertvolle Erkenntnisse für die eigene Praxis, sondern auch einen unverzichtbaren wissenschaftlichen Beitrag zum Allgemeinwohl und zur Erforschung von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten.

Der LOS-Verbund nimmt ein solch großes, kosten- und arbeitsintensives Projekt wie die dritte Langzeitstudie auf sich, um eine wissenschaftlich untermauerte Qualitätssicherung und stetige Weiterentwicklung der pädagogischen LRS-Therapie zu gewährleisten. Durch die umfassende Evaluierung wird sichergestellt, dass die im LOS geförderten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nachweislich von der LOS-Methode profitieren. Bestehende Konzeptannahmen sowie neue digitale Elemente (wie Online-Flatrates oder virtuelle Gruppen) werden kritisch auf den Prüfstand gestellt.

Bedeutung der Studie für Öffentlichkeit, Wissenschaft und Praxis

Der LOS-Verbund hat beschlossen, die umfassenden Ergebnisse der Untersuchung aktiv der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Von dieser transparenten Datenlage und den wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren verschiedene Akteurinnen und Akteure in hohem Maße:

Forschende erhalten Zugang zu den anonymisierten Datensätzen des Diagnose- und Verlaufstests schreib.on, um eigene Teilstudien durchzuführen oder allgemeine Muster bei der Bewältigung von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten zu untersuchen. Der LOS-Verbund zeigt sich hierbei offen für wissenschaftliche Kooperationen, die einen Beitrag zum Allgemeinwohl leisten.

Pädagoginnen und Pädagogen an Regelschulen gewinnen fundierte Einblicke in Gelingensbedingungen und Förderfaktoren, die sie direkt in ihrem schulischen Alltag und bei der Erkennung von LRS unterstützen.

Eltern sowie lese-rechtschreibschwache Kinder und Jugendliche profitieren mittelbar von einer kontinuierlich optimierten, evidenzbasierten Förderpraxis der LOS, die passgenau auf unterschiedliche Lernausgangslagen und Zielgruppen abgestimmt ist. 

LRS-Therapie im LOS auf dem Prüfstand

Mit der LOS-Studie 3 setzt der LOS-Verbund nach den Vorgängerstudien von 2006 und 2015 seine Tradition wissenschaftlicher Qualitätssicherung fort. Die Untersuchung verfolgt ein klares Doppelziel: die eigene Förderpraxis fortlaufend zu optimieren und einen wertvollen Beitrag zur LRS-Forschung zu leisten.

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