40 Jahre LOS-Verbund

Berliner Studie: Eine Nachhaltigkeitsstudie der LOS-Förderung in drei Teilen

Die Studie untersuchte ganz gezielt die Wirksamkeit des Lese- und Rechtschreibförderprogramms in den Berliner LOS-Lehrinstituten. Im Rahmen einer dreiteiligen Sonderuntersuchung evaluierte Prof. Dr. Günter Esser (Universität Potsdam) die Arbeit der Berliner LOS. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass die pädagogische LRS-Therapie weit über das fehlerfreie Schreiben hinausreicht.

Langfristige Wirkung

Die erzielten Fortschritte blieben auch nach dem Ende der Förderung stabil.

Drei Untersuchungsphasen

Die Studie begleitete die Entwicklung über mehrere Jahre hinweg.

Wissenschaftliche Leitung

Prof. Dr. Günter Esser 

Hintergrund und zeitliche Einordnung

Chronologisch und inhaltlich gehört diese Sonderuntersuchung zur LOS-Studie I (bzw. bildet die Brücke zwischen LOS-Studie I und LOS-Studie II).

Hintergrund:
Nachdem im Jahr 2006 die wegweisende LOS-Studie I („Zur Wirksamkeit der Förderung im LOS“) veröffentlicht wurde, ging es im nächsten Schritt darum, zu beweisen, dass die erzielten Lernerfolge der Kinder im Bereich Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) nicht nur kurzfristiger Natur sind.

Die Sonderuntersuchung (2008): Genau hier setzte die Berliner Studie (Teil I und II) im Jahr 2008 an. Sie wurde als gezielte Nachhaltigkeitsstudie konzipiert, um wissenschaftlich zu belegen, dass der durch das LOS-Förderprogramm erreichte Lernzuwachs auch nach Beendigung der Förderung dauerhaft und stabil bleibt.

Die Jahreszahl 2008 markiert nicht den Beginn der Untersuchung, sondern das Jahr, in dem Prof. Dr. Günter Esser (Universität Potsdam) die Ergebnisse gesammelt und als Buchbände (bzw. Berichte) veröffentlicht hat.


Der zeitliche Ablauf der Untersuchung

Teil 1

Ausgangs- und Verlaufsstudie

Erfassung der ursprünglichen Entwicklung während der Förderung.

Teil 2

Follow-up-Studie

Erneute Untersuchung eines Teils der Kinder nach mehreren Jahren.

Teil 3

Nachhaltigkeitsstudie

Abschließende Prüfung der langfristigen Lese- und Rechtschreibleistungen.

Teil 1

Die Ausgangs- und Verlaufsstudie

Hierbei handelte es sich um die ursprüngliche Großuntersuchung. Über einen längeren Zeitraum wurden die Daten von insgesamt 531 Schülern erhoben, die in den Berliner LOS-Instituten eine Förderung erhielten. Die durchschnittliche Interventionsdauer (Förderzeit) der Kinder lag bei rund 12 Monaten.

Teil 2

Die Follow-up-Studie

Die Datenerhebung für diese direkte Nachfolgeuntersuchung wurde im Jahr 2005 durchgeführt. An dieser zweiten Welle beteiligten sich 238 der ursprünglichen Schüler (im Alter zwischen 8 und 16 Jahren). Ziel war es zu prüfen, wie sich die Leistungen und psychischen Faktoren im weiteren Verlauf der Förderung spezifiziert hatten.

Teil 3

Die finale Nachhaltigkeitsstudie

Diese Phase bildete den Abschluss der Reihe. Hier wurden die Daten der Kinder ausgewertet, um zu überprüfen, wie stabil die Lese-Rechtschreib-Leistungen sowie das gestärkte Selbstwertgefühl Monate nach dem tatsächlichen Verlassen und Beenden der LOS-Förderung blieben. Diese Auswertungen wurden parallel zu den anderen Teilen finalisiert

Die über mehrere Jahre als Längsschnittstudie angelegte Berliner Studienreihe untersuchte die langfristige Entwicklung von über 500 Kindern vor, während und nach der Förderung. Nach den Datenerhebungen (unter anderem der großen Follow-up-Welle) wurden die finalen Ergebnisse zur Nachhaltigkeit im Jahr 2008 durch Prof. Dr. Esser veröffentlicht.


Kernbefunde der Berliner Studie

Kontinuierliche Steigerung der Rechtschreibleistung
Das primäre Ziel wurde klar bestätigt: Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen verbesserten ihre Rechtschreibleistungen während der gesamten Förderzeit im LOS kontinuierlich. Der Erfolg stellte sich also nicht nur als kurzer „Schritt“ ein, sondern verlief stabil über den gesamten Trainingszeitraum.

 

Positiver Transfer auf die Leseentwicklung
Die Studie lieferte den Beweis, dass eine isolierte Betrachtung der Rechtschreibung zu kurz greift. Durch das konsequente Training im LOS wurde gleichzeitig auch die Leseentwicklung der Kinder nachweislich positiv beeinflusst.

 

Signifikante Stärkung des Selbstwertgefühls
Ein besonders starkes Argument für die Praxis: Erfolg im LOS wirkt psychologisch. Die Studie zeigte, dass das Selbstwertgefühl der Kinder hinsichtlich ihrer eigenen kognitiven und schulischen Leistungen signifikant ansteigt.

 

Abbau von Verhaltensauffälligkeiten
LRS führt im Schulalltag oft zu Sekundärsymptomen wie Prüfungsangst, Schulunlust oder aggressivem bzw. zurückgezogenem Verhalten. Die Berliner Studie konnte zeigen, dass sich diese Belastungen deutlich verringerten.

 

Unabhängigkeit von der Ausgangslage
Ein wichtiges wissenschaftliches Detail: Der Trainingserfolg hing nicht von der psychologischen oder kognitiven Ausgangslage ab. Das bedeutet, dass die Methode breit greift – unabhängig davon, wie schwerwiegend die Probleme zu Beginn waren.


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