40 Jahre LOS-Verbund

40 Jahre LOS: Erfahrungsberichte

Wie Kinder, Eltern und Lehrkräfte über die Förderung der LOS denken

Am 2. Oktober 2022 feierten wir als LOS-Verbund unser 40jähriges Jubiläum. LOS gibt es heute an rund 100 Standorten in Deutschland und Österreich. In all den Jahren konnten in den einzelnen Lehrinstituten vor Ort rund eine halbe Million Menschen aller Altersgruppen gefördert werden. Das LOS-Konzept hat sich im Laufe der Jahre an die äußeren Umstände immer wieder anpassen müssen, aber eines ist nie verlorengegangen: der nachhaltige Erfolg unserer Förderung bei LRS und Legasthenie.

Zum diesjährigen Jubiläum wollen wir Kinder, Eltern und Lehrkräfte aus den LOS zu Wort kommen lassen. Denn sie haben die Förderung im LOS in der Praxis erlebt und können daher ihre persönliche Geschichte mit LOS am besten erzählen. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß und Freude mit ausgewählten Berichten aus 40 Jahren zur Förderung im LOS.

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Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche

Moritz, Schüler LOS Erfurt

Moritz, Schüler

LOS Erfurt

"Ich kann also sagen, dass ich eine wirklich gute Gruppe und auch zweifellos eine sehr gute Pädagogin hatte."
(Moritz, 17 Jahre)

"Ich heiße Moritz, bin 17 Jahre alt und gehe gerade auf die Gemeinschaftsschule 9 am Hirnzigenpark Erfurt in die zehnte Klasse. Dort strebe ich gerade meinen Realschulabschluss an. Seit 2016 bin ich im LOS und gehe so gut wie fast jeden Freitagnachmittag, wenn Schule ist und das LOS geöffnet hat, zur Deutsch-Förderung. Vor fünf Jahren ist auch noch die Englisch-Förderung beim LOS hinzugekommen. 

In der zweiten Klasse wurde bei mir die Lese-Rechtschreibstörung, die man auch LRS nennt, diagnostiziert. Meine Eltern und ich hatten uns auf die Suche nach einer Nachhilfe für Deutsch gemacht und sind dabei auf das LOS Erfurt gestoßen. Als wir uns beim LOS gemeldet haben, habe ich erstmal ein bis zwei Probestunden genommen. Da es die erste Anlaufstation war, die wir kontaktiert haben und auch die Probestunden sehr gut verlaufen waren, haben wir uns entschieden, dass wir nicht länger nach einer anderen Möglichkeit suchen wollen, sondern gleich die Förderung im LOS wahrnehmen wollen. 

Also haben wir schnell den Vertrag unterschrieben und dann gings für mich erstmal jeden Freitagnachmittag zur Deutsch-Nachhilfe beim LOS. Meine damalige Deutschnote war bei einer vier und hat sich durch die Förderung im LOS um ganze zwei Noten verbessert, so dass meine heutige Deutschnote bei einer zwei liegt. 

Das liegt vor allem auch daran, dass ich eine gut funktionierende Gruppe und auch eine wirklich sehr gute Pädagogin hatte. In meiner Gruppe haben wir uns immer gegenseitig geholfen, wenn jemand nicht mehr weiterwusste oder eine Frage hatte. Natürlich hat unsere Pädagogin immer die falschen Informationen korrigiert und noch fehlende Informationen ergänzt oder es auch nochmal anschaulich erklärt. Es gab Unterrichtsstunden in meiner Gruppe mit unserer Pädagogin, die sehr lustig waren, aber ich denke, wenn man so was nur ab und an macht, dann ist das auch vollkommen in Ordnung. 

Zudem sagt man ja auch, dass Lernen Spaß machen und nicht demotivieren soll. Ich kann also sagen, dass ich eine wirklich gute Gruppe und auch zweifellos eine sehr gute Pädagogin hatte. Denn dadurch konnte ich meinen Abschluss gut meisten und mache jetzt eine dreieinhalb jährige Ausbildung als Elektriker für Energie und Gebäudetechnik. 

Mir hat die Zeit im LOS sehr gut gefallen. Am besten fand ich, dass es ein Punktesystem gab, wo man am Ende der Unterrichtsstunde in ein sogenanntes Punkteheft, seine Punkte eingetragen bekommen hat. Wenn man genug Punkte hatte, konnte man sich vorne an der Rezeption eine Kleinigkeit aussuchen. Das war zum Beispiel eine kleine Süßigkeit oder ein Block zum Schreiben oder aber auch ein Stift.  Für große Punktanzahl gab es auch ein Kinogutschein oder ein Büchergutschein. Das alles hat mir geholfen, um meinen Realschulabschluss zu schaffen und ich denke, dass ich mit guten Gewissen sagen kann, dass mir das LOS sehr gut geholfen hat und ich würde sagen, das behaupte nicht nur ich, sondern auch die anderen LOS-Schüler. Das LOS ist einfach eine sehr gute Einrichtung und ich kann es einfach nur weiterempfehlen."

Sebastian, Schüler LOS Bamberg

Sebastian, Schüler

LOS Bamberg

"Im nächsten Jahr steht meine Abschlussprüfung an der Realschule bevor und dank LOS mache ich mir keine Sorgen, dass ich diese auch schaffen werde."
(Sebastian, 16 Jahre)

"Ich heiße Sebastian, bin 16 Jahre alt und komme in die 10. Klasse der Realschule. Seit der der 1. Klasse besuche ich das LOS Bamberg. Anfangs habe ich mich sehr gesträubt, dorthin zu gehen, da ich lieber mit meinen Freunden spielen wollte. Doch als ich realisiert habe, dass die Dozenten mir nur helfen wollen und es mich in der Schule weiterbringt, begann ich die Dinge positiv zu sehen.

Mit der Zeit füllten sich die Lücken, die im Deutschunterricht in der Grundschule entstanden sind, wie zum Beispiel bei der Rechtschreibung und der Grammatik. Als ich dann in die 5. Klasse kam bemerkte ich, dass das Fach Englisch für mich viel schwieriger war als gedacht. Von da an besuchte ich noch an einem weiteren Tag für eineinhalb Stunden das LOS in Englisch.

Dies entpuppte sich als gute Entscheidung, da ich dadurch viel entspannter in Prüfungen ging und mir nicht mehr so viele Sorgen machen musste. An diesem Punkt kam dann auch schon Corona und wir mussten alle ins Homeoffice gehen. Hier hat das LOS auch gleich mit dem Onlineunterricht gestartet und diese Zeit besser geregelt bekommen als manche Schule.

Im nächsten Jahr steht meine Abschlussprüfung an der Realschule bevor und dank LOS mache ich mir keine Sorgen, dass ich diese auch schaffen werde."

Simon, Schüler LOS Forchheim

Simon, Schüler

LOS Forchheim

"Heute gehe ich in die 11. Klasse und kann sagen, dass ich einigen Schülern sogar ein Stück voraus bin."
(Simon, 16 Jahre)

Bereits in der 5. und 6. Klasse meiner Gymnasialzeit besuchte ich aufgrund meiner Lese-Rechtschreibschwäche das LOS in Forchheim. Sicherlich ist man als Schüler nicht gerade erfreut darüber, nach der Schule noch ein paar weitere Stunden zu lernen. Jedoch verhalf mir dies zu einem strukturierteren Schulalltag.

In der 7. und 8. Klasse besuchte ich aus familiären Gründen ein Internat in Baden-Württemberg. Meine Noten waren dort zwar direkt besser, jedoch nur, weil dort die Ansprüche an die Schüler deutlich niedriger waren als zuvor in Bayern. Mein Abitur wollte ich jedoch in Bayern und vor allem daheim machen. Deshalb strebte ich einen Wechsel zurück in eine bayrische Schule an.

Mir wurde empfohlen, aufgrund des Leistungsunterschieds, ein Jahr zu wiederholen. Da ich dies jedoch nicht wollte, wandten sich meine Eltern wieder an das LOS, mit dessen Hilfe ich die Lücke zu den „bayrischen“ Schülern schließen sollte. Dies sollte jedoch viel Arbeit und Fleiß in Anspruch nehmen. So nutzten wir bereits die Sommerferien, um die Aufsatzformen im Fach Deutsch zu festigen.

So wurden die Lücken immer geringer. Heute gehe ich in die 11. Klasse und kann sagen, dass ich einigen Schülern sogar ein Stück voraus bin. Die Frage, die sich stellt, ist nicht, ob ich das Abitur bestehe, sondern vielmehr, wie gut mein Abiturschnitt sein wird. Auch meine Lese-Rechtschreibschwäche blitzt nur noch selten auf.

Lennart, Schüler LOS Sömmerda

Lennart, Schüler

LOS Sömmerda

“Am Anfang wollte ich nicht gerne hingehen, das hat sich aber mit der Zeit geändert.”
(Lennart, 15 Jahre)

"Ich bin kein Mensch der vielen Worte. Geschrieben habe ich auch noch nie gerne. Seit Mai 2019 gehe ich zweimal die Woche zum LOS. Zum Anfang war ich immer zweimal in der Woche dort, mittlerweile schaffe ich es aus schulischen Gründen nur einmal zum LOS und einmal in der Woche erledige ich Onlineaufgaben von zu Hause aus. 

Am Anfang wollte ich nicht gerne hingehen, das hat sich aber mit der Zeit geändert. Ich habe viele neue Eselsbrücken und Sprüche für die Rechtschreibung gelernt und kann die jetzt auch anwenden, wie z.B. „Ver- und vor-, ich bin schlau, schreibe ich mit Vogel-V“. Im Lesen und Schreiben bin ich, seitdem ich das LOS besuche, echt besser geworden. 

Beim LOS hatte ich immer die Möglichkeit meine Deutschhausaufgaben zu erledigen, ich kann für Klassenarbeiten und Gedichte lernen. Ich habe Arbeitsblätter bearbeitet, in einem Arbeitsheft gelernt und im zweiten Teil der Stunde Computer-Aufgaben gelöst. Manchmal haben wir als Gruppe zusammengearbeitet und manchmal müssen wir Aufgaben selbst lösen. Wenn wir Hilfe brauchen, bekommt man die auch. Von den Punkten, die ich die ganze Zeit gesammelt habe, konnte ich mir immer einen Stift, ein Lineal oder einen Radiergummi aussuchen. 

Jetzt gerade sammle ich meine Punkte für einen Kinogutschein. Mit den meisten Lehrern und Lehrerinnen haben die eineinhalb Stunden Förderung echt Spaß gemacht und die Zeit verging echt schnell. Grüße gehen raus an Herrn Kunze. Fünf Jahre bin ich jetzt beim LOS und ich möchte mich für die tolle Zeit bedanken." 

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Ehemalige Schülerinnen und Schüler erzählen über ihre Zeit im LOS

Bettina, ehemalige Schülerin LOS Bamberg

Bettina, ehemalige Schülerin

LOS Bamberg

“Jede einzelne Stunde im LOS hat sich für mich gelohnt und ich bin unglaublich dankbar, dass mir meine Eltern diesen Weg ermöglicht haben sowie dem gesamten Team im LOS, die manchmal auch ganz schön verzweifelt waren.”
(Bettina, 26 Jahre)

"Ich will mich kurz vorstellen, mein Name ist Bettina Klee und ich bin 2009 ins LOS nach Bamberg gekommen. Nachdem es gesundheitliche Probleme gab, musste die erste Klasse wiederholt werden, denn nahezu allen Schulfächern waren problembehaftet.
 
Die Logopädin hatte meinen Eltern vorgeschlagen, dass wir uns das LOS mal anschauen sollten. Meine Eltern waren aufgeschlossen und dennoch etwas verhalten. Meine Schwester Annette und ich wurden Herrn Bareuther für eine erste Testung vorgestellt. Das Ergebnis der Testung war, dass man versuchen möchte, die Lücken zu schließen und mir Sicherheit zu geben. Auch das richtige Einschätzen von eigenen Leistungen wäre wichtig zu erlernen. Der Ansatz war, dass wir zwei, vielleicht drei Jahre, durch das LOS-Unterstützung erhalten, um dann gut durch die weiteren Jahrgangsstufen der Schule zu kommen. 

Nachdem das LOS für uns bedeutete, zweimal wöchentlich einfach rund 60 Kilometer zu fahren, musste die komplette Familie (Mama, Papa und Opa) eingebunden werden. Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass meine Eltern das auf sich genommen haben, auch wenn es eine enorme Herausforderung für die gesamte Familie bedeutete.

Es ist nicht bei den geplanten zwei Jahren geblieben, sondern das LOS begleitete mich zweimal in der Woche durch meine gesamte Schullaufbahn. Neben Deutsch wurde auch Englisch gefördert. Das Ziel sollte nunmehr sein, dass eine mittlere Reife an der Wirtschaftsschule erreicht werden kann. Ohne die Kontinuität und den Fleiß von allen Beteiligten (dem LOS-Team Frau Bareuther, Herrn Bareuther und Frau Daum) hätte das nicht funktioniert. Es wurde die mittlere Reife erreicht, auch wenn immer klar war, dass es ein Notenausgleich sein wird. Aber ganz egal, das Wissen es zu schaffen und einen realistischen Plan zu haben, hat mir dabei geholfen. Ich habe aus all dem gelernt, meine Leistungen realistisch einschätzen zu können sowie Potentiale zu erkennen. Dies hilft mir jetzt dabei meinen Weg zu gehen.
 
Heute kann ich dankbar an die schöne Zeit zurückdenken. Nach meiner Berufsausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, die ich im Übrigen mit einem Staatspreis abschließen konnte, wurde mir mit nur einem Jahr Berufspraxis durch meinen Praxischef die Möglichkeit der Weiterbildung zur Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis ermöglicht. Ich habe für mich erkannt, dass es immer Wege gibt, die zum Ziel führen. Wichtig ist dabei, dass es Brückenbauer geben kann, denen man vertraut. Jede einzelne Stunde im LOS hat sich für mich gelohnt und ich bin unglaublich dankbar, dass mir meine Eltern diesen Weg ermöglicht haben sowie dem gesamten Team im LOS, die manchmal auch ganz schön verzweifelt waren. Und heute komme ich gerne an den Ort auf ein kurzes Schwätzchen ins LOS zurück, wenn es mich nach Bamberg verschlägt!"

Melissa, ehemalige Schülerin LOS Bruchsal

Melissa, ehemalige Schülerin

LOS Bruchsal

"Ich habe das beste Deutschabitur meines Kurses und das Zweitbeste meiner Stufe abgelegt." 
(Melissa, 18 Jahre)

"Ich war ab der vierten bis zur sechsten Klasse im LOS Bruchsal, da ich eine Rechtschreibschwäche habe. Mir ist Deutsch immer sehr schwer gefallen und ich mochte den Unterricht überhaupt nicht, was sich auch durch sehr schlechte Noten auszeichnete. Durch die Kurse im LOS habe ich nicht nur richtig schreiben gelernt, sondern auch den Spaß am Deutschunterricht (wieder)gefunden.

Ich habe dieses Jahr mein Abitur geschrieben und freiwillig Deutsch als Leistungskurs genommen, da es eins meiner Lieblingsfächer geworden ist und ich mit der Hilfe von Ihnen, Frau Hasbargen (Anm. d. Red.: Institutsleiterin im LOS Bruchsal), sehr viele gute Noten erreichen konnte.
Auch meine anderen Leistungskurse waren geprägt von vielen selbstgeschriebenen Texten, da ich wirklich meinen Spaß am Schreiben gefunden habe und dies in meinem weiteren Leben verfolgen werde. In meinem LOS-Kurs habe ich oft anderen mit der Rechtschreibung geholfen, da es für mich jetzt kein Problem mehr ist und ich automatisch die Wörter richtig schreibe.

Ich habe das beste Deutschabitur meines Kurses und das zweitbeste meiner Stufe abgelegt. Daher möchte ich mich bei Ihnen, Frau Hasbargen, bedanken. Mir haben die Stunden im LOS immer Spaß gemacht und ich wäre ohne diese Hilfe nicht so weit gekommen. Mir war es ein Anliegen, Ihnen das mitzuteilen. Denn vielleicht bin ich ein gutes Beispiel für die anderen Kinder, die von einer LRS betroffen sind, und konnte zeigen, dass es mit der Hilfe im LOS besser werden kann."

 

Henriette, Medizinstudentin LOS Hamburg-West

Henriette, Medizinstudentin

LOS Hamburg-West

"Ich wollte mein Abitur machen und wusste, dass ich für meine noch immer vorhandenen Lese-Rechtschreibschwierigkeiten eine zusätzliche Unterstützung benötigte."
(Henriette, 21 Jahre)

"Zunächst besuchte ich von der 4. bis zur 6. Klasse den Förderunterricht des LOS in Hamburg am Eidelstedter Platz. Dann ließen Erfolgserlebnisse und Motivation nach, Lesen war nach wie vor schwierig, allerdings hatte ich – ehrlich gesagt – einfach keine Lust mehr. Das geht wohl vielen Jugendlichen in diesem Alter so. Meine Eltern entschieden sich aus drei Gründen die Förderung abzubrechen: Ich hatte meine Rechtschreibleistungen nach 2,5 Jahren im LOS deutlich verbessert und ein durchschnittliches Niveau erreicht. Ich hatte keine Lust weiterzumachen. Meine Mutter meinte rückblickend außerdem, sie habe mir wohl – basierend auf den Aussagen der damaligen Institutsleiterin – zu Beginn gesagt, dass die Maßnahme zwei Jahre dauern sollte. Daran habe ich meine Mutter dann wohl auch mehrfach erinnert, was sie etwas in Erklärungsnot brachte. Ausschlaggebend war jedoch der Eindruck meiner Mutter, dass sich meine Leseleistungen – im Gegensatz zur Rechtschreibung – nicht verbessert hatten, was ihr etwas Angst machte. Sie kam zu dem Schluss, dass auf Basis der verbesserten Rechtschreibung jetzt eine gezieltere Leseförderung zielführender sei. Sie hatte von einer Leselern-Software gehört, die ihr recht fundiert zu sein schien und die ich zu Hause selbstständig nutzen konnte. Sie bot mir daher an, die Förderung im LOS zu beenden, wenn ich dafür zuhause mit der Leselernsoftware arbeiten würde. Dazu erklärte ich mich natürlich bereit. Die Hoffnung meiner Mutter war, dass sie mich so zur Arbeit mit der Software motivieren könnte. Leider hat das Arbeiten mit der Online-Software nicht so gut geklappt wie sie sich erhoffte. Da ich in der Schule recht gut klarkam und mich, laut Aussagen meines Klassenlehrers, in Bezug auf die Rechtschreibung nicht wirklich von meinen Mitschüler*innen unterschied, hat meine Mutter es dabei belassen; sie wollte mich nicht weiter belasten.

In der 11. Klasse kam ich mit neuer Ambition ins LOS zurück: Ich wollte mein Abitur machen und wusste, dass ich für meine noch immer vorhandenen Lese-Rechtschreibschwierigkeiten eine zusätzliche Unterstützung benötigte.  Zusammen mit anderen Schülerinnen der Oberstufe kam ich bis zum Abitur zweimal wöchentlich, einmal für Deutsch, einmal für Englisch, ins LOS. Das Abitur schloss ich schließlich mit der Note 1,6 ab. „Lese-Rechtschreib-Schwäche gibt’s nicht!“, hatte mir in der Grundschule noch eine Lehrerin gesagt. Glücklicherweise erfuhr ich frühzeitig, dass ich nichts dafürkann, nicht so flüssig zu lesen und automatisch richtig zu schreiben wie meine Mitschüler*innen.

Nach meinem Abitur absolvierte ich zunächst eine Ausbildung zur biologisch-technischen Assistentin. Schon während dieser entwickelte ich eine Faszination für die physiologischen und pathologischen Mechanismen im Menschen. Ich bewarb mich für ein Medizinstudium und bekam kurzfristig noch einen Studienplatz. Heute befinde ich mich schon am Ende meines Studiums. Manchmal kommen beim lauten Vorlesen im Seminar oder wenn ich einen schwierigen Medikamentennamen diktiert bekomme alte Unsicherheiten zurück. Auch mache ich immer noch Fehler, die anderen vielleicht nicht passieren, aber ich weiß nun besser, wie ich damit umzugehen habe. Häufig lassen sich diese Unsicherheiten oder Fehler durch Techniken aus dem LOS, zum Beispiel das wiederholte Schreiben von schwierigen Wörtern, überwinden.

Heute bedauert meine Mutter ihre Entscheidung von damals, die Förderung frühzeitig abgebrochen zu haben, sagte sie mir neulich. Sie sei sehr froh, dass ich mich in der Oberstufe von mir aus entschieden habe, einen Neustart beim LOS zu wagen, der sich auch aus ihrer Sicht sehr gelohnt hat. Ein wichtiger Anstoß meinerseits war die Tatsache, dass ab der Oberstufe Rechtschreibfehler erstmals in allen Schulfächern zu Punktabzügen führten.

Rückblickend auf die Förderung im LOS würde ich sagen, dass es gut war, da gewesen zu sein.  Allein zu wissen, gegen LRS etwas tun zu können und das Problem bewusst anzugehen, halte ich für einen wichtigen Schritt. Auch in einer höheren Klassenstufe lohnt es sich noch. Natürlich waren die zusätzlichen Termine, das immer wieder Aufraffen, manchmal nervig. Aber einmal im LOS angekommen, war das gemeinsame Lernen in der Gruppe mit netten Schülerinnen und Schülern und hilfsbereiten Lehrerinnen immer eine Bereicherung und gar nicht so schlimm wie anfangs gedacht. Dranbleiben ist das Wichtigste!"

Christine, ehemalige Schülerin LOS Wuppertal

Christine, ehemalige Schülerin

LOS Wuppertal

“Ich hätte vor meiner Zeit beim LOS Wuppertal nicht für möglich gehalten, dass ich mich sprachlich und schriftlich so stark verbessern könnte.”
(Christine, 24 Jahre)

"Schon als kleines Kind wurde bei mir eine Legasthenie diagnostiziert. Damals wurde die Krankheit nicht wirklich ernst genommen und mit dem Satz „das wächst sich spätestens mit der Pubertät raus“ abgetan. Heute weiß ich, dass dem nicht so ist. 

In der Schule wurde ich nicht gefördert, da mir als Muttersprachlerin kein wirklicher Anspruch einer Förderung zustand und somit rückte es eher wieder in den Hintergrund. Ich schaffte trotz der nicht vorhandenen Förderung mein Abitur. Erst im Studium kam das Thema der Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) wieder auf. Schnell wurde klar, wenn ich mein Studium schaffen möchte, muss ich an meinen Deutschkenntnissen arbeiten. (Um es hier schon vorwegzunehmen, auch mein Studium habe ich in meiner Zeit beim LOS erfolgreich abgeschlossen. Aus meiner Bachelorarbeit entstand der ein oder andere Fehlertext für den Unterricht, aber aus Fehlern lernt man bekanntlich am besten.)

Daraufhin meldete ich mich im Januar 2023 beim LOS Wuppertal an und besuchte jeden Samstagvormittag für drei Stunden den Deutschunterricht. Drei Stunden hören sich jetzt erst mal sehr lang an. Doch der Unterricht verging stets wie im Flug und war immer produktiv. In der Samstagsgruppe herrscht ein offenes und motiviertes Lernklima. Wir waren schließlich alle dort, um etwas zu lernen. Ich habe Grammatik- und Rechtschreibregeln gelernt, die wurden in der Schule nur kurz oder gar nicht behandelt, weil sie oft einfach vorausgesetzt wurden. Der Unterricht gestaltete sich immer sehr abwechslungsreich. Ob Übungen am Computer oder ganz klassisch auf dem Papier, größere Texte in Einzelarbeit oder kleinere Übungen in der Gruppe an der Tafel. Über ein breites Spektrum an Übungen wurden alle Schwerpunkte der deutschen Sprache abgedeckt. Ich konnte mich kontinuierlich verbessern.

Mein größter Meilenstein war, als ich das erste Mal in meinem Leben im LOS einen zweiseitigen, fehlerfreien Text, eine Spielanleitung, geschrieben habe. Darüber freue ich mich heute noch. Und jedes Mal, wenn ich dieses Spiel spiele, muss ich auch irgendwie an diesen Text denken. Dies bestätigt mir, dass der Unterricht Wirkung gezeigt hat und die investierte Arbeit entsprechend belohnt wurde. Vor meiner Zeit im LOS wäre ich nicht in der Lage gewesen, einen solchen Text zu verfassen.

Herr Troost nimmt sich Zeit, um auf individuelle Bedürfnisse von jedem einzelnen in der Gruppe einzugehen. Er fördert diese gezielt, um vorhandenen Defizite bestmöglich auszugleichen und gleichzeitig das Vorankommen der Gruppe zu sichern.
Ich hätte vor meiner Zeit beim LOS Wuppertal nicht für möglich gehalten, dass ich mich sprachlich und schriftlich so stark verbessern könnte. Mittlerweile würde ich sogar sagen, dass ich in bestimmten Bereichen der deutschen Sprache, vor allem was die Grammatik betrifft, sicherer bin, als manch einer in meinem Freundes- oder Familienkreis. Heute fühle ich mich deutlich sicherer im Umgang mit meiner eigenen Muttersprache." 
 

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Eltern erzählen von den Erfolgserlebnissen ihrer Kinder und dem Umgang mit LRS

Tamim, Pharmazeut LOS Halle

Tamim, Pharmazeut

LOS Halle

“Ich war begeistert von den vielfältigen Unterrichtsmethoden, auch am PC zu einer Zeit, als dies noch nicht selbstverständlich an den Schulen war.“ 
Eine Mutter berichtet von ihrem Sohn: Vom Naturwissenschaftler zum Autor

"Bei meinem Sohn zeigte sich schon früh das Interesse für Naturwissenschaften. Leider ging dies auf Kosten der sprachlichen Interessen. Lexika und Wissensbücher waren gefragt, am liebsten aber vorgelesen, Geschichten eher nicht. Lesen – keine Lust, Schreiben auch nicht – auch ein kleines Urlaubstagebuch kostete höchste Überredungskünste. Den Sprung aufs Cantor-Gymnasium hat er gut geschafft, aber hier waren natürlich auch die sprachlichen Anforderungen zu bewältigen. Alle meine eigenen Bemühungen trugen keine Früchte, wir konnten ihn nicht begeistern. Ich entdeckte das LOS, wir gingen zu einem ersten Gespräch mit Test. Ich war begeistert von den vielfältigen Unterrichtsmethoden, auch am PC zu einer Zeit, als dies noch nicht selbstverständlich an den Schulen war. Mein Sohn war einverstanden es zu probieren. Gesagt, getan und durchgehalten, zweimal pro Woche, zunächst nur Deutsch, dann einmal Deutsch und einmal Englisch über einen Zeitraum von drei Jahren. Wann sich bei ihm „der Schalter umgelegt“ hat, weiß ich nicht genau, aber in der Oberstufe, als die Zeit für das LOS wegen Prüfungsvorbereitungen nicht mehr ausreichte und ich etwas zweifelnd einverstanden war, den Vertrag zu beenden, schaute er seine Lieblingsserien und YouTube-Beiträge auf Englisch. Sein Ziel war ein Pharmazie-Studium und da wusste er, dass er da nicht durchkommt, ohne englische Texte zu lesen. Sein Abitur-Geschenk war ein zweimonatiger Sprachkurs Englisch auf Malta. Die Grundlagen waren gelegt. Den ersten Baustein hierfür hat er aus dem LOS „mitgebracht“.

Durch die verschiedenen Herangehensweisen an Sprache im Unterricht und die verständnisvolle Vermittlung durch die Lehrer am LOS hat sich mein Sohn den Sprachen geöffnet – Englisch funktionierte nun sogar sehr gut.

Dass Englisch aber nicht Deutsch ersetzt, erschloss sich ihm spätestens, als er während des Studiums trainierte, Bewerbungen zu schreiben. In dieser Zeit hörte ich manches Mal von ihm: Wie war die Empfehlung dazu vom LOS? Man hatte fast den Eindruck, es mache ihm nun Spaß, zu schreiben. Dass dieser Eindruck nicht falsch war zeigt, dass er nach seinem Studium einen „Studienführer der etwas anderen Art für Pharmazie-Student:innen“ geschrieben hat.

Ohne den Anschub durch das LOS wäre die sprachliche Entwicklung nicht so gut verlaufen, da sind wir sicher -  mein Sohn mindestens so wie ich."

Maximilian, ehemaliger Schüler LOS Wiesbaden

Maximilian, ehemaliger Schüler

LOS Wiesbaden

"Es gibt immer mehr Kinder und Jugendliche, die unter einer Lese-Schreibschwäche leiden und es ist so wichtig, dass wir Eltern dieses Problem nicht unterschätzen, sondern unterstützen..." 
Eine Mutter berichtet über die LRS-Therapie ihres Sohnes 

"Ich bin die Mama von Maximilian. Er ist 14 Jahre alt und besucht 8 Klasse des Gymnasiums. Wie auch allen Eltern, liegt mir seine schulische Ausbildung sehr am Herzen. Als Maximilian eingeschult wurde, habe ich geglaubt und gehofft, dass alles gut sein wird und Maximilian in der Schule gute Leistungen bringen wird. Um Ihm den Lernprozess zu erleichtern, habe ich didaktische Bücher und Hefte bestellt und wir haben zusätzlich Grammatik und Rechtsschreibung geübt. Sogar in den Ferien hat Maximilian mithilfe von Zusatzmaterial immer wieder geübt.

Leider musste ich feststellen, dass obwohl er ein kluger und intelligenter Junge ist, der sehr fleißig arbeitet, aus irgendeinem Grund sich mit Lesen und Rechtsschreibung sehr schwertut. Ich merkte, dass Maximilian andere Inhalte sehr schnell und effizient lernen konnte, nur bezüglich der Sprache immer Schwierigkeiten hatte und nicht vorankam. Ich konnte es nicht verstehen, besonders weil er so viel und fleißig geübt hat. Ich hatte das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, also fing ich an zu recherchieren und bin auf das Thema Legasthenie und Lese- Rechtsschreibschwäche gestoßen.

Ich habe eine Legasthenie-Praxis in Wiesbaden Stadtmitte aufgesucht und Maximilian wurde ausführlich untersucht. Dann kam die erschütternde Diagnose, dass er tatsächlich unter einer Lese-Rechtreibschwäche leidet. Diese Diagnose hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich war schockiert und verzweifelt. Es blieb uns aber nichts anderes übrig, als schnellstens mit einer Legasthenie-Therapie zu beginnen. Dieser war zwar enorm kostspielig, aber ich habe nicht gezögert, denn schließlich ging es um die Ausbildung und Zukunft meines Sohnes.

Maximilian wurde für ein lntensivprogram aufgenommen, was für ihn drei Stunden Extra-Lernzeit wöchentlich bedeutete. Nach einiger Zeit habe ich positive Veränderung festgestellt. Maximilian hat angefangen in der Freizeit zu lesen! Das war ein sehr schönes und erleichterndes Gefühl, denn davor bedeutete lesen für Ihn eine Qual. Auf einmal konnte ich Bücher gar nicht so schnell bestellen, wie er sie gelesen hat. Ich war sehr glücklich darüber.

Allerdings habe ich nach ein paar Monaten feststellen müssen, dass die Lerntherapie keine Struktur hat und ich kaum Überblick darüber habe was eigentlich gelernt wird. Oft, wenn ich früher, also vor Ablauf der Lernzeit gekommen bin, um Maximilian abzuholen, haben die Kinder, zu meinem Entsetzen, am Kicker-Tisch gespielt. Die Therapie wurde durch das damalige Praxisteam immer mehr vernachlässigt. Als ich meinen Unmut zum Ausdruck gebracht habe und erwartet habe, dass es korrigiert wird, hat sich die gesamte Stimmung sehr negativ verändert. Ein Wechsel war unausweichlich.

Nach der erneuten Recherche bin ich auf die Webseite des LOS Wiesbaden gestoßen. Welch eine angenehm überraschende und professionelle Abwechslung! Die Leiterin der Praxis, Frau Loschinski-Reller, war von Anfang an sehr angenehm, superfreundlich und ungemein zuvorkommend. Zeitnah hatten wir einen neuen Therapieplatz und dafür bin ich bis heute dankbar. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen und ich kann immer noch sagen, dass hier alles stimmt!

Die gesamte Atmosphäre ist sehr freundlich und sehr angenehm, der Umgang miteinander sowie auch die Kommunikation sind sehr respektvoll, die Lerntechniken sehr gut aufgeteilt, die Fortschritte sehr deutlich und die Preise sehr fair. So macht eine Therapie wirklich Spaß!

Wenn ich also anderen Eltern etwas empfehlen kann, dann auf jeden Fall das LOS in Wiesbaden.Hier sind Sie auf der sicheren Seite und Ihre Kinder in wirklich guten Händen. So können Sie auch den Fehler, den ich gemacht habe, vermeiden und sich eine überteuerte und nicht effiziente Lerntherapie, in der Ihr Kind nur eine Zahl bedeutet, ersparen. Im Rückblick bin ich sehr froh und glücklich darüber, dass ich LOS in Wiesbaden gefunden habe.

Es gibt immer mehr Kinder und Jugendliche, die unter einer Lese- Lernschreibschwäche leiden und es ist so wichtig, dass wir Eltern dieses Problem nicht unterschätzen, sondern unterstützen, denn davon hängt nicht nur die schulische Ausbildung sondern auch das emotionale Gleichgewicht und das Selbstbewusstsein unserer Kinder ab.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern viel Spaß und Erfolg und alles Gute für die Zukunft!!

Mit herzlichen Grüßen
Mama von Maximilian"

Fabian S., Schüler LOS Wuppertal

Fabian S., Schüler

LOS Wuppertal

“Unser Sohn hat sich nach einem Jahr im LOS deutlich weiterentwickelt.”
Eine Mutter berichtet von ihrem Sohn Fabian

 

"Unser Sohn wurde im Jahr 2022 im Alter von sechs Jahren eingeschult. Da wir noch ein älteres Kind haben, wunderten wir uns nach Abschluss des ersten Halbjahres über die kaum vorhandene Lese- und Schreibkompetenz. Auch wenn die Klassenleitung unsere Bedenken herunterspielte, wollten wir aktiv unseren Sohn unterstützen, informierten uns über Fördermöglichkeiten und stießen im Internet auf das LOS in unserer Stadt Wuppertal. Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem Institutsleiter, Herrn Troost, sowie einem durchgeführten Lese- und Schreibtest, entschieden wir uns für eine Anmeldung im LOS Wuppertal (zwei Einheiten pro Woche).

Bereits nach wenigen Wochen konnten wir deutliche Fortschritte bei unserem Sohn erkennen: einfache Worte wurden immer sicherer gelesen und immer häufiger fehlerfrei geschrieben. Was ebenfalls sehr positiv auffiel: unser Sohn ging nach einer Eingewöhnungszeit sehr gerne und motiviert in den LOS-Unterricht. Hier spielt sicher eine Rolle, dass er Kinder kennenlernte, die ähnliche schulische Schwierigkeiten hatten.

Nach rund einem halben Jahr wurde ein erneuter Lese- und Schreibtest durchgeführt; nun konnte auch objektiv festgestellt werden, dass er schon deutliche Fortschritte erzielt hatte. Ein besonderes Lob gebührt Herrn Kleindienst, der den Unterricht unseres Sohnes so engagiert und geduldig leitete.
Unser Sohn hat sich nach einem Jahr im LOS deutlich weiterentwickelt. Er liest mittlerweile sehr flüssig und ist hierdurch deutlich motivierter, auch in seiner Freizeit ein Buch in die Hand zu nehmen. Die Fehlerquote beim Schreiben ist ebenfalls deutlich zurückgegangen. Die Hausaufgaben der Schule werden nun deutlich zügiger und auch mit Freude gemacht."

Lucas, ehemaliger Schüler LOS Marburg

Lucas, ehemaliger Schüler

LOS Marburg

“Das – auch zeitliche – Invest lohnt sich auf jeden Fall, da sehr nachhaltig!“ 
Vater Joachim über seinen Sohn Lucas

"Da unser Sohn Lucas in der Mittelstufe noch Probleme mit der Rechtschreibung hatte, haben wir mit ihm einen Testtag bei Fr. Dr. Schriever im LOS Marburg besucht. Nach der detaillierten und sehr sorgfältigen Besprechung des Ergebnisses haben wir uns schnell für die Rundumbetreuung, also zweimal pro Woche Unterricht im LOS, entschieden. Dabei hat uns Lucas‘ Opa logistisch unterstützt – Fahrdienst mit Cafebesuch an jedem zweiten Freitag. Das – auch zeitliche – Invest lohnt sich auf jeden Fall, da sehr nachhaltig! Zudem kennen wir auch weitere sehr zufriedene Eltern und haben das nachweislich gut funktionierende Konzept auch über Lucas´ damalige Klassenlehrerin gerne seiner Schule in Kirchhain (AWS) vorgeschlagen – eben auch zur Sensibilisierung, was LRS bzw. Legasthenie bedeutet.

Lucas hatte von Anfang an Interesse und Spaß am Unterricht. Woche für Woche hat er in Kleingruppen mit guten, speziell geschulten Lehrern gearbeitet. Ganz nebenbei hat er so das schnelle Schreiben auf der Tastatur gelernt. Die Dosierung der Inhalte nebst spaßigen Tests des gut dosiert Erlernten, ließen die knapp drei Jahre (bis zur 10. Klasse) im LOS wie im Flug vergehen. Zeitinvest, Wille und Konzentration – ohne zusätzliche Hausaufgaben – brachten schnell bessere und bis zum Schluss gute Ergebnisse im Schulalltag.

Seine PUNKTE (Belohnungssystem im LOS) sparte er sich bis ganz zum Schluss auf und tauschte sie gegen zahlreiche kleine Kakteen ein, die er mit einem Lächeln heute noch im Wintergarten gießt – sieben Jahre nach seinem ersten Besuch im LOS. Bald beendet Lucas, nach einem guten Abitur in 2015, sein Lehramtsstudium für die Grundschule an der Universität in Kassel. Dann kann er sein geballtes Wissen aus zwei Welten an seine Schüler weitergeben und ihnen bei Problemen im Lesen und Schreiben mit seinem LOS-Wissen sicherlich optimal helfen, diese zu beheben."

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Institutsleiter und Pädagogen sprechen über Erfahrungen aus 40 Jahren LOS-Förderung

Fenja, Pädagogin LOS Erfurt

Fenja, Pädagogin

LOS Erfurt

“Besonders schön war es, gemeinsames Lernen in der Gruppe zu begleiten und zu erleben, wie die Kinder voneinander profitieren.” 
Fenja Eggers (Pädagogin im LOS Erfurt)

"Während meines Studiums der Psychologie und Erziehungswissenschaft absolvierte ich ein achtwöchiges Praktikum im LOS Erfurt. In dieser Zeit konnte ich das Institut und seine Arbeitsweise kennenlernen, vielfältige Aufgaben übernehmen und wertvolle praktische Erfahrungen sammeln. Besonders viel Freude bereitete mir die Zusammenarbeit mit den Kindern sowie das offene und unterstützende Team.  

Nach meiner Praktikumszeit übernahm ich feste Gruppen, wodurch ich die Möglichkeit hatte, langfristig mit den Kindern zu arbeiten. Dabei konnte ich individuell auf ihre Bedürfnisse eingehen, ihre Lernprozesse gezielt fördern und ihnen mit Spaß und Freude neue Inhalte vermitteln. Besonders schön war es, gemeinsames Lernen in der Gruppe zu begleiten und zu erleben, wie die Kinder voneinander profitieren.  

Leider musste ich meine Tätigkeit im LOS Erfurt aufgeben, als ich für mein Masterstudium in eine andere Stadt zog. Der Abschied fiel mir nicht leicht, da ich in der Zeit dort viele wertvolle Erfahrungen gesammelt und eine enge Bindung zu den Gruppen aufgebaut hatte."
 

David, Schüler LOS Frankfurt-Bornheim

David, Schüler

LOS Frankfurt-Bornheim

“Soviel Talent, Mut, Kampfgeist und Fleiß beeindrucken uns!“  
Prof. Dr. C. Kilian-Hatz (LOS Frankfurt-Bornheim und LOS Dietzenbach) berichtet über ihren Schüler David

"David Tanzer ist mit seinen neun Jahren schon ein alter Hase im Filmgeschäft. Er ist Kinderschauspieler und hat schon bei Fernsehspots und Fernsehfilmen mitgewirkt. In seiner letzten Rolle spielte er am 6. April 2012 in der ZDF-Reihe „Terra X“ den berühmten Preußenkönig Friedrich den Großen als Kind – neben Cecil von Renner als Kronprinz und Ulrich Wiggers als „Alter Fritz“ (Terra X: „Friedrich der Große – Alles oder Nichts“).

David weiß schon sehr genau, dass er später einmal Profischauspieler werden will. Seine große schauspielerische Begabung ist die erste Voraussetzung dafür. Aber auch gut lesen können, ist hier natürlich zentral wichtig – schon bei den anspruchsvollen Castings muss er das beweisen, um unter Hunderten die Rolle zu bekommen. Und schließlich muss er dann als Darsteller die Texte alle schnell auswendig lernen und mit richtiger Betonung und Mimik vortragen können.

David arbeitet an seiner Traumkarriere schon jetzt mit viel Ehrgeiz und Einsatz. Doch mit dem Lesen ist es manchmal nicht ganz so einfach. Deshalb tut er auch dafür bereits eine ganze Menge und geht seit einem halben Jahr regelmäßig zu uns ins LOS Frankfurt-Bornheim. Hier arbeitet er an der Verbesserung seiner Lese-Rechtschreibkompetenz. Der erste Vergleichstest mit schreib.on® zeigte bereits seine schönen Trainingserfolge.
David kann jedenfalls heute schon enorm stolz auf sich sein. Soviel Talent, Mut, Kampfgeist und Fleiß beeindrucken uns! David will fit sein für die interessanten Rollen – was sollte ihn denn dann noch daran hindern?!"

Michelle, Pädagogin LOS Köln-Nord

Michelle, Pädagogin

LOS Köln-Nord

“Ich kann im LOS hautnah miterleben, wie sich schulische Leistungen verbessern und die Freude beim Lesen und Schreiben größer wird.”
Michelle Kruse (Pädagogin im LOS Köln-Nord) berichtet über ihre Lehrtätigkeit im LOS

"Seit über einem Jahr arbeite ich im LOS Köln-Nord und ich durfte nicht nur mein Wissen im Bereich der Lese- und Rechtschreibförderung erweitern, sondern auch wertvolle praktische Erfahrungen sammeln. In meinem Lehramtsstudium habe ich gelernt, wie wichtig individuelle Förderung für schulischen Erfolg ist. Die Möglichkeiten der gezielten Förderung im LOS schätze ich besonders, denn sie setzt an den im Rechtschreibtest festgestellten momentanen Fehlerschwerpunkten an. Außerdem ist die Gruppenförderung im LOS etwas Besonderes, weil die Kinder durch die meist homogeneren Gruppen lernen, dass sie mit ihren Erfahrungen in der Schule nicht allein sind und im LOS stets positive Erfahrungen sammeln. Neben Lese und (Recht)schreiben lernen die Kinder auch weitere Fertigkeiten, wie Sozialkompetenz, Selbstbewusstsein, Motivation und Lernfreude.

Die Arbeit mit den Schülern und Schülerinnen macht mir insbesondere viel Spaß, weil ich die Auswirkungen der Fortschritte miterleben darf. Es ist motivierend zu sehen, wie das Selbstbewusstsein mit jedem Erfolgserlebnis wächst. Der enge persönliche Kontakt und die intensive Betreuung ermöglichen es mir, gezielt auf die Stärken und Schwächen der Lernenden einzugehen, was im regulären Schulunterricht oft nur schwer realisierbar ist. Die Kinder und Jugendlichen kommen sehr gerne ins LOS, da sie in der Kooperation von- und miteinander lernen können.

Für mich ist die Arbeit im LOS eine perfekte Ergänzung zu meinem derzeitigen Masterstudium. Ich gewinne wertvolle Einblicke in die Praxis und kann meine theoretischen Kenntnisse direkt im Unterricht umsetzen. Darüber hinaus habe ich durch das LOS Fortbildungen, Schulungen und Webinare besucht, die meine Fachkompetenzen neben dem Studium erweitern. Das Vertrauen, das die Kinder mir entgegenbringen, und die Freude, wenn sie ihre Ziele erreichen, machen die Arbeit für mich besonders erfüllend. Ich kann im LOS hautnah miterleben, wie sich schulische Leistungen verbessern und die Freude beim Lesen und Schreiben größer wird."

Luca, ehemaliger Schüler LOS Buxtehude

Luca, ehemaliger Schüler

LOS Buxtehude

“Irgendwie muss das doch gehen, das Lesen und Schreiben.“  
Björn Peinemann (LOS Buxtehude) berichtet über seinen Schüler 

Björn Peinemann (Institutsleitung LOS Buxtehude) über Mut, Fleiß und den unbändigen Willen von Luca, der Buchstaben trotz Lese-Rechtschreib-Schwäche Herr zu werden:

"Es gibt Momente im Leben, die den Ausgangspunkt für eine großartige Erzählung bilden. Meistens wird uns erst rückblickend bewusst, dass ein bestimmter Tag oder ein ganz bestimmtes Ereignis den Beginn einer besonderen Geschichte markiert. Mittwoch, der 09.05.2012, war ein solcher Tag.

An diesem Tag lernte ich im Rahmen eines Beratungsgespräches Luca und seine Mutter kennen. Schon im telefonischen Vorgespräch wurde deutlich, dass Luca von Beginn an große Schwierigkeiten hatte, das Lesen und Schreiben grundsätzlich zu erlernen. Die erste Klasse hatte er bereits wiederholt. Nun besuchte er die dritte Klasse.

Einen Text auf dem Leseniveau der zweiten Klasse konnte Luca bei unserem ersten Treffen kaum erlesen. Beim Rechtschreibtest schrieb er „Schbilpas“ für Spielplatz, „Kebursag“ für Geburtstag und „Pärt“ für Pferd. Luca musste große Mühe aufwenden, um den Test für die dritte Klassenstufe überhaupt zu bewältigen. Und doch war Aufgeben für ihn von Beginn an keine Option – das beeindruckte mich.

Luca begann kurz nach unserem Kennenlernen eine Lese-Rechtschreib-Therapie im LOS. Während andere Schüler in seinem Alter bereits kurze Aufsätze schrieben, ging es für Luca erst einmal darum, Laute zu Silben und Silben zu einfachen Wörtern zu verbinden. Während sich andere Kinder in seinem Alter mit dem Übergang auf die weiterführende Schule beschäftigten, sagte Luca zu mir: “Wer hat sich das eigentlich mal ausgedacht, das Lesen und Schreiben? Muss das so schwer sein? Irgendwie muss das doch gehen, das Lesen und Schreiben.“

Und es ging. Über fast sieben Jahre ackerte sich Luca bei uns durch alle Widrigkeiten der deutschen Sprache. Heute besucht er die Berufsschule und ist in der Lage, weitgehend fehlerfrei zu schreiben, in vollständigen Sätzen zu formulieren und Texte sinnentnehmend zu lesen. Wow!

Luca bei uns zu verabschieden, war ein ganz besonderer Moment. Denn Luca gehört zu jenen Schülern, die wir am längsten begleiten durften. Was bleibt, sind viele Erinnerungen an eine sehr intensive Zeit. Dafür sind wir dankbar, denn es sind eben diese Erinnerungen, die unsere Arbeit erst sinnstiftend erscheinen lassen.

Luca, du hast mich nachhaltig beeindruckt! Danke!"

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